Sterbegeldversicherung & Steuer Sterbegeld als Vorsorge: Müssen Angehörige darauf Steuern zahlen?

  • Welche Steuern werden auf Sterbegeld fällig?
  • Welche Beiträge sind steuerlich absetzbar?
  • Was gibt es bei der Vertragskündigung zu beachten?
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Jenny Gebel - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

Gleich einsteigen ins Thema Sterbegeldversicherung und Steuern – Inhaltsverzeichnis

Sind die Beiträge zur Sterbegeldversicherung steuerlich absetzbar?

Ein Todesfall innerhalb der Familie bringt nicht nur Trauer mit sich. Er kann auch zu einer finanziellen Belastung der Angehörigen werden. Warum? Die Kosten für Bestatter, Sarg, Trauerfeier, Traueranzeige, Grabstein und Co. wachsen schnell zu einer Summe von mehreren tausend Euro an.

Um für diese Ausgaben vorzusorgen und um die Hinterbliebenen nicht zu belasten, schließen Menschen Sterbegeldversicherungen ab.

Dabei stellen sich Versicherungsnehmer:innen unter anderem folgende Fragen:

  • Kann ich die Beiträge zur Sterbegeldversicherung steuerlich absetzen?
  • Muss die im Leistungsfall ausgezahlte Versicherungssumme noch versteuert werden?

Dies sind wichtige Überlegungen, mit denen Sie sich beschäftigen sollten. Dann wissen Sie genau, was auf Sie und Ihre Lieben zukommt. Zudem können Sie sich für die optimale Versicherungssumme entscheiden, sodass Ihre Angehörigen keine zusätzlichen Kosten befürchten müssen.

Kommen wir nun zu den Antworten:

Wann sind die Beiträge für die Sterbegeldversicherung steuerlich absetzbar?

Nur bei Altverträgen, die bis zum 31.12.2004 abgeschlossen wurden, lassen sich die Beiträge als Vorsorgeaufwand von der Steuer absetzen. Trifft das auf Sie zu, können Sie die Summe im Steuererklärungsformular unter „Vorsorgeaufwand“ eintragen.

Bei Verträgen ab 2005 ist dies nicht mehr möglich. Ihre Kosten für die Sterbeversicherung können Sie weder als Vorsorgeaufwand noch als Sonderausgaben angeben. Der Grund ist der Sparanteil, der in den Versicherungsbeiträgen enthalten ist. Dadurch fällt die Sterbegeldversicherung nicht unter die Risikoversicherungen, die Sie laut Paragraf 10 des Einkommensteuergesetzes (EstG) als Sonderausgabe absetzen können.

Ein großer Nachteil ist dies jedoch nicht. Denn für die Sonderausgaben gibt es ohnehin Betragsgrenzen. Angestellte können jährlich bis zu 1.900 Euro geltend machen, Selbstständige bis zu 2.800 Euro. In der Regel erreichen Sie diese Grenzen schnell durch Ihre Ausgaben für die Kranken- und Pflegeversicherung sowie für andere private Absicherungen wie die Unfallversicherung.

Müssen die Angehörigen das Sterbegeld versteuern?

Für das Finanzamt ist die Sterbegeldversicherung eine Lebensversicherung. Denn die Funktionsweise ist ähnlich: Ein:e Versicherungsnehmer:in zahlt monatlich einen Betrag in die Versicherung ein. Nach dem Tod – sprich im Leistungsfall – erhalten die Bezugsberechtigten die vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt.

Die gute Nachricht ist: Versicherungssummen aus Lebensversicherungen sind dem Gesetz nach steuerfrei, wenn sie ausgezahlt werden. Ihre Angehörigen müssen also keine Einkommensteuer abführen.

Dass die Auszahlung des Sterbegeldes steuerfrei ist, gilt nur bei privaten Versicherungen oder wenn die gesetzliche Unfallversicherung die Summe bezahlt.

Haben Sie Ihre Sterbevorsorge jedoch im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge geregelt, ist das Geld einkommensteuerpflichtig. Heute haben jedoch nur Beamt:innen sowie Mitarbeiter:innen aus dem öffentlichen Dienst einen Anspruch auf dieses Form des Sterbegeldes.

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Vorsicht bei vorzeitiger Kündigung der Sterbegeldversicherung

Achtung: Kündigen Sie Ihre Sterbegeldversicherung, werden hingegen doch Steuern fällig. Bedenken Sie daher bei einer vorzeitigen Auflösung des Vertrages, dass Sie nicht genau die Summe zurückerhalten, die Sie eingezahlt haben. Die Versicherung zieht von dem Geld die Kosten für Vertrag und Verwaltung ab.

Die Summe, die Sie zurückerhalten, ist der sogenannte Rückkaufswert. Dieser ist oft deutlich geringer als die Beiträge, die Sie bereits in die Versicherung eingezahlt haben. Sie machen also ein Verlustgeschäft. Vor allem bei relativ neuen Verträgen gibt es große Einbußen, weil sich dort noch kaum mögliche Gewinne durch eine Überschussbeteiligung gebildet haben.

Abgesehen davon gelten bei der vorzeitigen Auszahlung für die Sterbegeldversicherungen ähnliche Regelungen wie für die kapitalbildende Lebensversicherung.  Dort ist es so geregelt, dass die Differenz zwischen dem ausgezahlten Betrag und der eingezahlten Summe als Ertrag gilt. Und dieser ist steuerpflichtig. Das Finanzamt fordert hierfür eine Einkommensteuer.

Nur wenn Sie Ihren Vertrag bereits seit mindestens zwölf Jahren haben und Sie das 62. Lebensjahr vollendet haben, gibt es eine kleine Vergünstigung. Dann müssen Sie nur die Hälfte des Ertrags versteuern.

“Damit Sie kein Geld verlieren, lohnt es sich, wenn Sie sich im Voraus genau mit den Versicherungsleistungen und den Vertragsbedingungen auseinandersetzen. Sprechen Sie bei Fragen und Unklarheiten gerne persönlich mit unseren Versicherungsberater:innen. Sie helfen Ihnen, die für Sie beste Sterbegeldversicherung zu finden, mit der Sie zufrieden sind und die Ihre Lieben umfassend absichert.”

Jenny Gebel - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

Jenny Gebel Online Redakteurin

Ist eine Erbschaftsteuer auf das Sterbegeld fällig?

Im Allgemeinen unterliegt das Sterbegeld der Erbschaftsteuer. Dennoch müssen Sie nicht befürchten, dass Ihre Lieben einen Teil als Steuer abtreten müssen. Denn für die Erbschaftsteuer sind per Gesetz Freibeträge vorgegeben. Diese sind so hoch, dass sie die Versicherungssumme aus der Sterbegeldversicherung deutlich übersteigen. Die Sterbegeldversicherung wird damit in den meisten Fällen ohne Weiteres komplett an die Angehörigen ausgezahlt.

Haben Sie noch weitere Fragen zum Thema Sterbegeldversicherung und Steuer? Dann fragen Sie gerne unsere Berater:innen. Sie beantworten gern Ihre Nachfragen und erstellen Ihnen auf Wunsch ein persönliches Angebot zu einer Sterbegeldversicherung. Vereinbaren Sie dazu einen Beratungstermin, der Ihnen am besten in den Terminkalender passt.

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