Riester-Rente Kinderzulage

Verleihen Sie Ihrer Altersvorsorge einen ordentlichen Schub

  • Pro Kind bis zu 7.500 Euro vom Staat geschenkt bekommen
  • Riester-Beitrag durch Kinderzulage senken
  • Maximale Förderung ausschöpfen
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Anja Schlicht - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

Das Wichtigste zur Kinderzulage der Riester-Rente auf einem Blick

Mehr als jede:r dritte:r Riester-Sparer:in kassiert vom Staat neben der Grundzulage auch die Kinderzulage für mindestens ein Kind. In konkreten Zahlen ausgedrückt profitieren jedes Jahr mehr als vier Millionen Versicherte von dem Zuschuss für ihren Nachwuchs.

Die Kinderzulage fließt dabei in den meisten Fällen in den Riester-Vertrag der Mutter. Warum? Weil sie in der Regel das Kindergeld kassiert. An dessen Anspruch ist die Zulage geknüpft.

Über die Kinderzulage erhalten Sie bis zum Ende des Kindergeldbezugs jedes Jahr 300 Euro, die in Ihre Riester-Rente fließen. Im besten Fall verleihen Sie Ihrer Altersvorsorge damit einen Schub von bis zu 7.500 Euro. Interesse geweckt? Unsere Altersvorsorge-Expert:innen informieren Sie gerne weiter zur Riester-Rente.

Kinderzulage: Der Boost für Ihre Riester-Rente

Wenn Sie sich schon etwas näher mit der Riester-Rente beschäftigt haben, wissen Sie, dass die private Altersvorsorge über Zulagen und Steuervorteile staatlich gefördert wird. Sie bekommen immer die jährliche Grundzulage von 175 Euro. Schon nicht schlecht, oder? Noch besser wird’s mit dem Zuschuss, den Sie für jedes Ihrer Kinder erhalten. Abhängig vom Geburtsjahr werden Ihnen 185 Euro oder 300 Euro pro Jahr geschenkt.

Vorteil Nummer 1: Ihre private Altersvorsorge wächst damit ohne Ihr Zutun. Vorteil Nummer 2: Ihr Beitrag verringert sich, den Sie für die volle Förderung der Riester-Rente einzahlen müssen. Warum das so ist und alle weiteren wichtigen Fakten zur Kinderzulage haben wir für Sie zusammengefasst.

Welche Voraussetzungen müssen Sie für die Riester-Kinderzulage erfüllen?

Egal ob Sie sich klassisch, fondsgebunden, als Bank- oder Fondssparplan oder als Wohnriester für die Riester-Rente entschieden haben – für die Kinderzulagen müssen Sie zunächst einmal förderberechtigt sein. Das ist immer dann der Fall, wenn Sie Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, etwa als Angestellte:r. Eine genaue Auflistung der Förderberechtigten finden Sie auf unserer Übersichtsseite zur Riester-Rente.

„Auch wenn Sie nicht förderberechtigt sind, können Sie Riestern. Dazu müssen Sie einerseits verheiratet sein oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft führen und Ihr:e Partner:in muss andererseits die Voraussetzungen für die Riester-Rente erfüllen. Dann sind Sie mittelbar zulagenberechtigt und können einen Vertrag abschließen.“

Christian Bulik Versicherungsexperte kontaktieren

Christian Bulik Versicherungsexperte für Riester-Renten

Als nächstes müssen Sie Kindergeld für Ihren Nachwuchs bekommen. Die Kinderzulage fließt dabei in den allermeisten Fällen in den Vertrag des Elternteils, dem das Kindergeld ausgezahlt wird.

Als letztes ist die Höhe Ihres Riester-Beitrags entscheidend. Für die volle Förderung müssen Sie vier Prozent Ihres Vorjahresbruttoeinkommens abzüglich der Zulagen einzahlen – aber nicht mehr als 2.100 Euro im Jahr. Dieser Punkt klingt anfangs recht kompliziert, wird aber mit einem Beispiel sehr viel einfacher:

Angenommen, Sie verdienen 35.000 Euro im Jahr und haben zwei Kinder.

Vorjahresbrutto35.000 Euro
Davon vier Prozent1.400 Euro
Abzüglich Grundzulage (175 Euro) und Kinderzulage (2×300 Euro)625 Euro
Jahresbeitrag Riester-Rente625 Euro
MonatlichRund 52,09 Euro

Sie müssten also nur etwas mehr als 50 Euro im Monat einzahlen, um auf den geforderten Beitrag von 625 Euro zu kommen. Im Gegenzug schenkt Ihnen der Staat 775 Euro – und das jedes Jahr.

Verdienen Sie nun 55.000 Euro, bedeuten vier Prozent davon 2.200 Euro. Damit überschreiten Sie den Höchstbetrag von 2.100 Euro. Sie rechnen also nun mit diesem Wert weiter: Für unser Beispiel heißt das, dass Sie davon 775 Euro an Zulagen abziehen. Im Jahr müssen Sie also 1.325 Euro oder monatlich rund 110,42 Euro für die volle Förderung einzahlen. Was passiert, wenn Ihr Beitrag geringer ausfällt, erläutern wir weiter unten.

Kleiner Beitrag, große Wirkung: Wie Sie sehen, profitieren insbesondere Familien von der Riester-Rente. Haben Sie daher Kinder oder steht die Familienplanung in den Startlöchern, lautet unser Rat, sich zumindest mit der staatlich geförderten Altersvorsorge beschäftigt zu haben. Kommt dabei heraus, dass es nichts für Sie ist, haben Sie immerhin die Gewissheit, keine Chance verpasst zu haben.

Unsere Berater:innen freuen sich darauf, mit Ihnen persönlich über die Riester-Rente zu sprechen. Buchen Sie dazu einfach einen Online-Termin mit uns.

Die Kinderzulage ist also an das Kindergeld gekoppelt. Dieses wird bestenfalls ausgezahlt, bis Ihr Nachwuchs 25 Jahre alt ist – bei 300 Euro im Jahr macht das stolze 7.500 Euro!

Die staatliche Leistung bekommen Sie mindestens bis zum 18. Lebensjahr Ihres Kindes. Ist es arbeitssuchend oder arbeitslos, sogar bis zum 21. Lebensjahr. Bis 25 Jahre wird das Kindergeld gezahlt,

  • wenn Ihr Kind in einer Ausbildung oder in einem Studium steckt (kann auch das zweite Studium/Ausbildung sein),

  • während einer Übergangszeit von vier Monaten, beispielsweise zwischen zwei Ausbildungen,

  • wenn Ihr Kind keinen Ausbildungsplatz findet oder

  • wenn Ihr Nachwuchs einen anerkannten Freiwilligendienst wie ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst leistet.

Für Kinder mit Behinderung kann der Kindergeldbezug auch über das 25. Lebensjahr hinausgehen.

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In der Rubrik „Wissen“ finden Sie InfosTipps und Ratgeber aus verschiedenen Bereichen des Alltags, in denen auch Schutz, Absicherung und Finanzen eine Rolle spielen.

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Welcher Elternteil bekommt die Kinderzulage?

So schön es auch sein könnte: Die Riester-Kinderzulage erhält nur ein Elternteil. Haben Sie beide einen Riester-Vertrag, müssen Sie sich daher entscheiden. Sorgt nur eine:r von Ihnen übers Riestern vor, müssen Sie in den meisten Fällen darauf achten, dass diese Person auch das Kindergeld für Ihren Nachwuchs bekommt.

Generell gilt je nach Beziehungsstatus folgendes:

1
2
3

Unser Tipp: In den Fällen 2 und 3 können Sie auch festlegen, dass die Kinderzulage an den anderen Partner oder die andere Partnerin gehen soll. Dazu müssen Sie einen gemeinsamen Antrag auf Übertragung stellen. Das entsprechende Formular dazu erhalten Sie von Ihrem Versicherer.

Für diesen Antrag sollten Sie einige wichtige Angaben zur Hand haben: Vertrags-, Steuer- und Kindergeldnummer, Name der kindergeldberechtigten Person, Anspruchszeitraum des Kindergeldes und zuständige Familienkasse.

Sollte sich bei unverheirateten oder geschiedenen Paaren der Kindergeldempfänger oder die Kindergeldempfängerin im laufenden Jahr ändern, geht die Kinderzulage an die Person, die zum Anfang des Jahres das Kindergeld erhalten hat.

Die Zulagen werden von der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) ausgezahlt. Sie erhalten die Riester-Förderung dabei immer mit einem Jahr Verspätung. Wird Ihr Baby 2021 geboren, fließt die Kinderzulage erstmals 2022. Gleiches gilt, wenn der Kindergeldbezug endet: Bekommen Sie im Januar 2022 letztmalig das Kindergeld, zahlt die ZfA die Kinderzulage 2023 ein letztes Mal aus.

„Sie müssen die Zulagen jedes Jahr neu beantragen und bekommen dazu vom Versicherer ein entsprechendes Schreiben. Alternativ können Sie aber auch einen Dauerzulagenantrag stellen. Dann müssen Sie lediglich überprüfen, ob sich Ihre Angaben verändert haben. Gab es also Familienzuwachs, ist das der Moment, dies Ihrer Versicherung zu melden, damit diese die Informationen an die Zulagenstelle weiterreichen kann.“

Anja Schlicht - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

Anja Schlicht Redakteurin und Vorsorgefan

Riester-Kinderzulage oder Steuervorteil?

Bei der Riester-Rente fördert Sie der Staat einerseits über die Kinder- und Grundzulage, andererseits über die Steuervorteile. Dabei prüft das Finanzamt über die sogenannte Günstigerprüfung, was für Sie besser ist. Setzen Sie daher in jedem Fall Ihre Riester-Beiträge steuerlich ab (in der Anlage AV Ihrer Steuererklärung). Übersteigt die Steuerrückzahlung die Summe Ihrer erhaltenen Zulagen, bekommen Sie die Differenz als Steuerermäßigung ausgezahlt.

Ein Beispiel dazu: Nehmen wir an, Sie haben ein Kind und verdienen so gut, dass Sie den steuerlich relevanten Maximalbeitrag von 2.100 Euro erreichen. Ihre Steuererstattung beträgt rund 780 Euro. Davon werden nun Ihre Zulagen abgezogen, also 175 Euro für Sie und 300 Euro für Ihr Kind. Bleiben 305 Euro Steuerersparnis, die Sie bekommen.

Wie hoch ist die Riester-Kinderzulage?

Wie viel Geld Sie als Riester-Förderung erhalten, hängt vom Geburtsjahr Ihres Kindes ab.

Euro
für vor 2008 geborene Kinder
Euro
für 2008 und später geborene Kinder

Die Kinderzulage gibt es für jedes Kind. Ist Ihre Familie besonders groß, erhalten Sie nicht nur einen ziemlich hohen Riester-Zuschuss. Auch Ihr Beitrag für die Altersvorsorge sinkt erheblich, wie die folgende Tabelle zeigt. Dabei gehen wir von einem jährlichen Bruttoverdienst von 25.000 Euro aus, ohne Zulagen müsste Ihr Jahresbeitrag demnach bei 1.000 Euro liegen (vier Prozent von 25.000 Euro).

Anzahl der KinderHöhe der Förderung (Grund- + Kinderzulage)Riester-Beitrag nach Abzug der Gesamt­zulageMonatlicher Beitrag
1475 Euro525 Euro43,75 Euro
2775 Euro225 Euro18,75 Euro
31.075 EuroMindest­beitrag 60 Euro5 Euro
41.375 EuroMindest­beitrag 60 Euro5 Euro

Wie Sie sehen, kommen Sie um einen gewissen minimalen Beitrag nicht herum. Selbst wenn die Riester-Zulagen den geforderten Betrag übersteigen, müssen Sie mindestens fünf Euro monatlich in Ihren Vertrag einzahlen. Andernfalls gibt’s keine Förderung.

Doch was passiert nun, wenn Sie den geforderten Betrag unterschreiten? Dann zahlt Ihnen die Zulagenstelle eine entsprechend geringere Grund- und Kinderzulage aus. Lassen Sie uns dazu auf ein weiteres Beispiel blicken:

Sie verdienen 30.000 Euro und haben ein Kind. Sie müssten 725 Euro im Jahr einzahlen (vier Prozent von 30.000 Euro – 1.200 Euro – abzüglich 475 Euro Zulagen). Tatsächlich überweisen Sie an den Versicherer aber nur 580 Euro, also 20 Prozent weniger. Um diesen Prozentsatz kürzt die ZfA dann Ihre Zulagen: Statt 475 Euro bekommen Sie 380 Euro.

Können Sie die Kinderzulage auch rückwirkend beantragen?

Die gute Nachricht lautet: Haben Sie es verschwitzt, die Riester-Kinderzulage zu beantragen, können Sie das rückwirkend nachholen. Konkret ist die Antragstellung für zwei Jahre möglich, also bis zum 31. Dezember des übernächsten Jahres. Wollen Sie die Kinderzulage demnach rückwirkend für 2020 beantragen, muss dies bis Ende 2022 geschehen sein.

Kinderzulage und Elternzeit: Was müssen Sie beachten?

Gehen Sie in Elternzeit, zahlen Sie nicht weiter in die Rentenkasse ein. Das ist jedoch Voraussetzung für die Förderung. Zum Glück ist dies dem Gesetzgeber aufgefallen und er hat eine Ausnahme für Eltern geschaffen. Pro volles Jahr Elternzeit bekommen Sie einen vollen Rentenpunkt auf Ihr Rentenkonto gutgeschrieben. So bleiben Sie förderberechtigt.

Allerdings war der Gesetzgeber nicht klug genug, das automatisch zu machen. Sie müssen daher unbedingt bei Ihrem Rentenversicherungsträger den „Antrag auf die Feststellung von Kindererziehungszeiten / Berücksichtigungszeitraum wegen Kindererziehung“ stellen.

Arbeiten Sie in Teilzeit, bleibt alles beim Alten. Sie zahlen in die Rentenkasse ein, Ihr Riester-Beitrag liegt bei vier Prozent Ihres Vorjahresbruttos.

Apropos Vorjahreseinkommen. Da sich die Beitragshöhe danach richtet, müssen Sie Ihren Riester-Beitrag anpassen. Im Jahr Ihrer Elternzeit wird für die Berechnung noch Ihr Einkommen aus dem Jahr zuvor herangezogen. Im nächsten Jahr fließt dann Ihre Elternzeit in die Berechnung ein. Das erhaltene Elterngeld wird dabei jedoch nicht als Einkommen berücksichtigt, sodass Sie nur den Mindest- oder Sockelbeitrag von fünf Euro aufwenden müssen.

Christian Bulik
Versicherungsexperte für Riester-Renten
Noch Fragen? Nur zu, machen Sie gleich einen Termin mit Christian Bulik.

„Stehen Ihre Kinder auf eigenen Beinen und entscheiden sich ebenfalls für eine Riester-Rente, belohnt der Staat den frühen Abschluss mit dem sogenannten Berufseinsteigerbonus. Ist der Vertrag bis zum Alter von 25 Jahren in Sack und Tüten, erhalten Versicherte einmalig eine Zulage von 200 Euro extra.“

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Christian Bulik
Versicherungsexperte für Riester-Renten

Stolperfalle: Doppelte Kosten durch die Kinderzulage

Wie wir oben gezeigt haben, verringert sich Ihr erforderlicher Riester-Beitrag durch den Erhalt der Kinderzulage. Es ist daher sinnvoll, Ihre Einzahlungen an den Versicherer entsprechend anzupassen, wenn der Familienzuwachs da ist. Endet der Kindergeldbezug und damit auch die Auszahlung der Kinderzulage, setzen Sie Ihren Beitrag wieder hoch.

In der Vergangenheit haben einige Anbieter die Beitragsänderungen jedoch zum Anlass genommen, um erneut Abschluss- und Vertriebskosten zu erheben. Das ist nicht nur ein großes Ärgernis, sondern schädigt das Image der Riester-Rente immens. Finanzaufsicht und Finanzministerium sahen sich daher zum Handeln gezwungen und untersagten den Versicherern die doppelte Berechnung.

„Ändert sich die Beitragssumme während der Laufzeit, dürfen zusätzliche Kosten nur auf die positive Differenz zwischen neuer und ursprünglicher Beitragssumme erhoben werden. Eine positive Differenz liegt nicht vor, wenn beispielsweise erhöhte Eigenbeiträge wegfallende Zulagen ersetzen. Gleiches gilt für den umgekehrten Fall, dass reduzierte Eigenbeiträge durch höhere Zulagen ersetzt werden.“

Quelle: Altersvorsorge-Produktinformationsblatt­verordnung AltvPIBV

Die doppelten Kosten sollten daher nicht mehr die Praxis sein. Waren Sie jedoch in der Vergangenheit davon betroffen, werden Sie besser aktiv und fordern Sie Ihr Geld zurück. Wie, zeigt Ihnen beispielsweise die Stiftung Warentest. Reagiert Ihr Versicherer nicht, können Sie sich außerdem beim Versicherungsombudsmann beschweren. Der Service ist für Sie kostenlos.

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