Frau sucht Blumen aus

Rente in Deutschland Alle Infos zur gesetzlichen Rentenversicherung im Überblick

  • Wie funktioniert das Rentensystem?
  • Rentenniveau und Rentenbeitrag: Was ist das?
  • Rentenlücke schließen ist wichtig
Weiterlesen
Jenny Gebel - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

Direkt ins Thema Rente in Deutschland einsteigen – Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zur Rente in Deutschland auf einem Blick

Die Grundlage des Rentensystems in Deutschland ist das Umlageverfahren. Die Beitragszahler:innen finanzieren die jetzigen Rentner:innen.

Die Höhe Ihrer zukünftigen Rente ist vor allem abhängig von Ihrem Brutto-Einkommen und der Anzahl der Beitragsjahre.

Die Höhe Ihrer zukünftigen Rente ist vor allem abhängig von Ihrem Brutto-Einkommen und der Anzahl der Beitragsjahre.

Die gesetzliche Rente ist ein wichtiger Baustein der sozialen Absicherung in Deutschland. Jeden Monat zahlen viele Erwerbstätige von ihrem Einkommen einen Beitrag in die gesetzliche Rentenversicherung ein. In diesem Ratgeber haben wir die wichtigsten Punkte zur gesetzlichen Rente in Deutschland zusammengefasst.

Welche gesetzlichen Rentenarten gibt es?

Die gesetzliche Rente ist eine Leistung der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Die Altersrente dient der Versorgung im Ruhestand. Andere Renten werden ausgezahlt, wenn Sie nicht mehr in einem Beruf tätig sein können.

Das Rentenrecht kennt insgesamt drei Gruppen der gesetzlichen Renten:

Leistungen aus der Rentenversicherung können Sie jedoch nur dann erhalten, wenn Sie in die Rentenkasse eingezahlt haben. Die Mindestversicherungszeit beträgt fünf Jahre.

Wer sind die Beitragszahler:innen für die Rente?

Es sind zum Großteil Arbeitnehmer:innen, denn für sie ist die gesetzliche Rentenversicherung eine Pflichtversicherung. Darüber hinaus sind auch einige Selbstständige pflichtversichert, beispielsweise Erzieher:innen, Lehrer:innen, Künstler:innen.

Wie funktioniert das System der gesetzlichen Rente in Deutschland?

Die Grundlage für das Rentensystem ist das Umlageverfahren. Das heißt: die Erwerbstätigen, die in die Rentenversicherung einzahlen, versorgen damit die jetzige Rentnergeneration. Das eingezahlte Geld wird direkt umgelegt und als Rente ausgezahlt. Eine Generation versorgt die andere – daher ist in diesem Fall auch von einem Generationenvertrag die Rede.

Die Beitragszahler:innen sparen also nicht ihre eigene Rente an. Stattdessen erwerben sie mit der Einzahlung den Anspruch auf ihre Rente und zwar in Form von Entgeltpunkten. Diese Rentenpunkte sind später wichtig, wenn es darum geht, die Höhe der Rente zu ermitteln. Dazu später noch mehr.

Kommen wir noch einmal zurück zum Umlagesystem, das die Rente in Deutschland so entscheidend prägt. Dieses hatte jahrzehntelang gut und solide funktioniert. Doch die Gesellschaft wird bekanntlich immer älter. Die Lebenserwartung der Menschen steigt, gleichzeitig sinkt jedoch die Geburtenrate. Dieser demografische Wandel offenbart eine Schwachstelle des Rentensystems.

  • Denn: Es sind gibt immer weniger Beitragszahler:innen, aber sie müssen immer mehr Rentner:innen versorgen.

Die Deutsche Rentenversicherung hat dieses Ungleichgewicht einmal in Zahlen beschrieben:

  • 2016 kamen auf 100 Beitragszahler:innen etwa 48 Rentner:innen.
  • Bis 2045 werden auf 100 Beitragszahler:innen etwa 70 Rentner:innen kommen.

2016 bezahlten rund zwei Beitragszahler:innen für ein:e Rentner:in. Bis 2045 müssen rein rechnerisch 1,5 Erwerbstätige für eine:n Rentner:in aufkommen.

Damit die Beitragszahler:innen nicht zu sehr belastet werden, setzt die Bundesregierung verschiedene Maßnahmen ein. Dazu gehört beispielsweise die Anpassung des Rentenniveaus.

Weitere Stellschrauben, um die Rente in Deutschland zu stabilisieren, sind

  • die Erhöhung des Renteneintrittsalters (mehr dazu auf der Themenseite) oder
  • die Anpassung des Rentenbeitrags

Das Rentenniveau

Um das Rentenniveau ranken sich viele Irrtümer. Viele Leute glauben, dass dieser Wert anzeigt, wie hoch ihre Rente ist, etwa dass sie rund 48 Prozent (das ist der aktuelle Wert – siehe weiter unten im Text) ihres früheren Nettolohnes als Rente erhalten. Dies stimmt jedoch nicht.

  • Das Rentenniveau beschreibt das Verhältnis zwischen der Rente eines Erwerbstätigen mit Durchschnittseinkommen und dem aktuellen Durchschnittseinkommen (netto).

Über die Rente einer einzelnen Person sagt die Prozentzahl so gut wie nichts aus.

Das aktuelle Rentenniveau liegt laut Bundesregierung bei

Prozent

Das heißt: Die Rente, die ein:e Rentner:in nach 45 Beitragsjahren erhält, entspricht 48 Prozent des Lohnes, den ein:e Durchschnittsverdiener:in jetzt bekommt.

Dabei rechnet die Rentenversicherung mit einem aktuellen Durchschnittseinkommen von 38.901 Euro im Jahr (Stand 2022).

Sinkt das Rentenniveau, bedeutet das, dass die Renten nicht so schnell ansteigen wie die Löhne. Oder anders gesagt: Als Rentner:in haben Sie im Vergleich zu den Durchschnittsverdiener:innen nicht ganz so viel im Portemonnaie.

Das Rentenniveau ist in den letzten Jahren in Deutschland stark gesunken:
  • Jahr 2000 52,9 Prozent
  • Jahr 2011 50,1 Prozent
  • Jahr 2018 48,2 Prozent

Um diese Entwicklung zumindest für einige Jahre aufzuhalten, hat die Bundesregierung 2018 beschlossen, das Rentenniveau bis 2025 stabil bei 48 Prozent zu halten. Eine Strategie für die Zeit danach gibt es bisher jedoch nicht.

Der Rentenbeitrag

Für Angestellte ist die gesetzliche Rentenversicherung eine Pflicht. Von ihrem Bruttoeinkommen führen sie jeden Monat den Beitrag für die Rentenversicherung ab. Der Beitragssatz liegt derzeit bei 18,6 Prozent, wobei Arbeitgeberin oder Arbeitgeber die Hälfte dieser Kosten übernimmt. Sie zahlen nur den Anteil von 9,3 Prozent.

Der Rentenbeitragssatz ist übrigens bereits seit 2018 auf diesem Wert stabil.

Das wird er jedoch nicht bleiben. Die Deutsche Rentenversicherung geht davon aus, dass der Beitragssatz ab 2023 um 0,5 Prozentpunkte auf 19,1 Prozent steigen wird.

Beim Abzug der Sozialversicherungsbeiträge, zu denen der Beitrag für die Rentenkasse gehört, wird das Einkommen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze (BBG) herangezogen.

Dieser Höchstwert des anrechenbaren Einkommens für die Rentenversicherung unterscheidet sich in den alten und neuen Bundesländern. Warum? Weil die Rentenniveaus zwischen West und Ost in Deutschland noch nicht zu 100 Prozent angeglichen sind.

  • Alte Bundesländer 7.050 Euro (brutto) im Monat
  • Neue Bundesländer 6.750 Euro (brutto) im Monat

Jeden Euro, der über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, erhalten Sie beitragsfrei. Die Deckelung des anrechenbaren Einkommens führt aber auch dazu, dass die Rentenhöhe beziehungsweise der Rentenanspruch ebenfalls auf einen Höchstwert begrenzt ist.

Ältere Frau arbeitet in Töpferei
Hinzuverdienst zur Rente
Wie viel dürfen Sie als Rentner:in dazuverdienen?

In der Rubrik „Wissen“ finden Sie InfosTipps und Ratgeber aus verschiedenen Bereichen des Alltags, in denen auch Schutz, Absicherung und Finanzen eine Rolle spielen.

Zum Beitrag

Rentenberechnung: Wie hoch wird die Rente in Deutschland?

Durch das Umlageverfahren wird Ihr eingezahltes Geld sofort als Rente an Leistungsbeziehende ausgezahlt. Trotzdem gehen Sie aus dieser Angelegenheit nicht leer heraus. Als Beitragszahler:in erhalten Sie Entgeltpunkte.

Dieses Prinzip zwischen Entgeltpunkten und Rentenhöhe funktioniert vereinfacht gesagt so:

  • Verdienen Sie im Jahr eine Summe, die dem Durchschnittseinkommen in Deutschland entspricht, erhalten Sie einen vollen Entgeltpunkt gutgeschrieben.
  • Noch mal zur Erinnerung: Das Durchschnittseinkommen liegt zurzeit bei 38.901 Euro (Stand 2022).
  • Verdienen Sie doppelt so viel, erhalten Sie zwei Punkte.
  • Liegt Ihr Verdienst bei der Hälfte des Durchschnittswertes, bekommen Sie entsprechend nur 0,5 Punkte.

Achtung: Rentenpunkte gibt es nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Weiteres Einkommen fließt nicht in die Rentenberechnung ein.

Ein Entgeltpunkt entspricht einem bestimmten Rentenwert. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern. Ein Rentenpunkt entspricht aktuell dem folgenden Rentenwert:

Euro
Alte Bundesländer
Euro
Neue Bundesländer

Zum Vergleich: 2008 war ein Rentenpunkt in den alten Bundesländern noch 36,56 Euro wert und in den neuen Bundesländern 23,34 Euro.

Über eine komplizierte Rentenformel, in die neben diesen Punkten und Werten auch Faktoren zum Renteneintrittsalter und zur Rentenart einfließen, errechnet die Rentenversicherung Ihre monatliche Rente.

Musterbeispiel Standard-Rentner

Ein beliebtes Beispiel für die Rentenhöhe ist der sogenannte Eckrentner bzw. der Standard-Rentner. Dieser Musterperson wird zugeschrieben, dass sie 45 Jahre lang das Durchschnittsgehalt verdient hat. Glatt 45 Entgeltpunkte kommen so am Ende des Berufslebens heraus. Die Rentenversicherung errechnet für diese Person daher eine monatliche Bruttorente von 1.538,55 Euro (West) beziehungsweise 1.506,15 Euro (Ost), indem sie den aktuellen Rentenwert mit 45 multipliziert.

Denken Sie aber daran, dass dies nur ein statistisches Beispiel ist. In Wirklichkeit liegen die Durchschnittsrenten in Deutschland weit unter diesem berechneten Wert. Denn nur sehr wenige verdienen 45 Jahre lang ununterbrochen ein Durchschnittseinkommen.

Vor allem Frauen müssen damit rechnen, dass ihre Rente kaum 1.000 Euro übersteigt. Ein Grund sind die Zeiten, in denen sie wegen Kindererziehung nicht im Job tätig waren. Diese Zeiten für Familie und Gesellschaft spiegeln sich leider im Rentenbezug wider:

Durch­schnittliche Altersrente in Deutschland 2020Alte Bundes­länderNeue Bundes­länder
Männer1.210 Euro1.300 Euro
Frauen730 Euro1.075 Euro

Quelle: Deutsche Rentenversicherung S. 34 ff.

Tipp: Wenn Sie wissen wollen, welche Rente Sie aktuell erhalten würden, schauen Sie in Ihre Renteninformation. Diese erhalten Sie jährlich von der DRV, wenn Sie mindestens 27 Jahre sind und die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erfüllen. In dem Dokument ist unter anderem erfasst, wie viele Rentenansprüche Sie bereits erworben haben und wie hoch Ihre Rente wäre, wenn sich in den kommenden Jahren nichts an Ihrem Verdienst ändert.

Steuern und Abgaben: Was wird von der gesetzlichen Rente abgezogen?

Renten sind steuerpflichtiges Einkommen. Die komplette Rente müssen Sie allerdings erst versteuern, wenn Sie ab 2040 in den Ruhestand gehen. Eine stufenweise Umstellung der Rentenbesteuerung ist der Grund dafür. Zurzeit beträgt der zu versteuernde Anteil 81 Prozent der Rente. Dieser Anteil steigt jedes Jahr um einen Prozentpunkt an, bis 2040 schließlich 100 Prozent erreicht sind. Genaueres dazu lesen Sie auf der Themenseite zur Rentenbesteuerung.

Außerdem zahlen Sie als Rentner:in weiterhin Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung. Ganz gleich, ob Sie dabei in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert oder freiwillig versichert sind oder ob Sie Mitglied in der privaten Krankenversicherung (PKV) sind – Sie haben einen Anspruch auf einen Zuschuss vom Rentenversicherer. In der GKV geht von Ihrer Bruttorente ein Beitragssatz in Höhe von 7,3 Prozent ab. Das ist die Hälfte des allgemeinen Krankenkassenbeitrages, der bei 14,6 Prozent des anrechenbaren Einkommens liegt. Die andere Hälfte zahlt die Rentenversicherung dazu. Genauso teilen Sie sich den Zusatzbeitrag, den jede Krankenkasse individuell erhebt.

Insgesamt müssen Sie damit rechnen, dass durch Steuern und Sozialversicherungen etwa 20 Prozent Ihrer Bruttorente abgezogen werden.

Reicht die gesetzliche Rente in Deutschland im Ruhestand aus?

Finanz-Expert:innen von Stiftung Warentest schätzen, dass Sie im Alter etwas weniger Geld brauchen als im Erwerbsleben. Sie schätzen den Bedarf auf etwa 80 Prozent des letzten Nettogehaltes.

Wenn Sie nun bedenken, dass das Rentenniveau bei nicht einmal 50 Prozent liegt, werden Sie unweigerlich sehen, dass eine große Finanzlücke zwischen Ihrer Rente und den zu erwartenden Ausgaben im Ruhestand klafft.

Kurz: Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die gesetzliche Rente allein nicht mehr ausreicht, um im Alltag gut über die Runden zu kommen. Eine private Altersvorsorge und private  Rentenversicherungen sollten daher zu Ihrem Versicherungsportfolio dazugehören. Sie haben schließlich ein Leben lang gearbeitet. Da sollten Sie sich als Rentner:in keine Sorgen mehr ums Geld machen müssen.

Sie wollen aktiv Ihre eigene Absicherung in die Hand nehmen? Oder von einem Vorsorge-Profi wissen, ob Ihre jetzige Absicherung fürs Alter optimal ist? Sprechen Sie einfach mit unseren Berater:innen von Comfortplan und holen Sie sich die Experten-Tipps unverbindlich und kostenlos. Es geht ganz schnell: einfach Wunschtermin im Kalender auswählen und dann online oder per Telefon alle Fragen klären.

Entdecken Sie weitere Themen um gelassen zu altern im Comfortplan Wissens-Bereich

Ehrlich. Sympathisch. Authentisch.

Seit 1986 vertrauen uns bereits Millionen von Nutzer:innen ihre Versicherungsthemen an. Gehören auch Sie dazu und seien Sie über die Möglichkeiten erstaunt, Sie bestmöglich zu schützen.

Christian Bulik - Ihr Berater für Versicherungen und Leben bei Comfortplan.de Christian Bulik - Ihr Berater für Versicherungen und Leben bei Comfortplan.de

Christian Bulik Ihr Versicherungsexperte für Altersvorsorge

Wir rufen Sie zurück

Hinterlassen Sie uns einfach Ihre Nummer und Namen und unser Experte Christian Bulik wird sich bei Ihnen melden, um alle Ihre Fragen zu klären.