Krankenkasse kündigen

So beenden Sie Ihre Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse richtig

  • Neue Regelungen seit 2021
  • Bindungsfrist von zwölf Monaten
  • Kündigung bei Wechsel in die PKV
Kurzinfos

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Jenny Gebel - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

Krankenkasse kündigen: Das Wichtigste auf einem Blick

Ob Erhöhung des Zusatzbeitrages oder der Wunsch nach mehr Leistungen: Es gibt verschiedene Gründe, um bei der bisherigen Krankenkasse zu kündigen und zu einem neuen Versicherer zu wechseln.

Seit 2021 sind die Formalitäten für den Wechsel der Krankenkasse einfacher geworden. Gründe dafür sind unter anderem die Digitalisierung und das eingeführte elektronische Meldeverfahren. Versicherte brauchen nun nicht mehr aktiv kündigen. Dies erledigt die neue Kasse für sie.

Nur wenn Sie von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln, müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse schriftlich den Versicherungsschutz kündigen.

Die Krankenkasse kündigen? – Nichts leichter als das!

In Deutschland besteht eine Krankenversicherungspflicht, aber auch das Verbot, bei mehreren Kassen angemeldet zu sein. Trotzdem brauchen Sie sich darüber keine Gedanken zu machen, wenn Sie Ihre Krankenkasse kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln wollen. Das Kündigungsverfahren ist so leicht geworden, dass nichts schief gehen kann.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie die Kündigung bei der gesetzlichen Krankenkasse funktioniert. Welche Kündigungsfristen sollten Sie dabei beachten? Und was müssen Sie tun, wenn Sie die Krankenkasse kündigen möchten, weil Sie sich zukünftig bei einer privaten Krankenversicherung absichern möchten?

Wer darf die Krankenkasse kündigen?

Ganz gleich, ob Sie sich ein besseres Angebot an Extra-Leistungen wünschen oder die Kosten für die Krankenversicherung reduzieren wollen: Als gesetzlich Versicherte:r haben Sie allgemein das Recht, bei Ihrer Krankenkasse zu kündigen und zu einem neuen Versicherer zu wechseln.

Damit dieser Wechsel stattfinden kann, muss jedoch eine Voraussetzung erfüllt sein: eine 12-monatige Mitgliedschaft, auch bekannt als Bindungsfrist.

Krankenkasse wechseln
So machen Sie beim Wechsel alles richtig

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Die Bindungsfrist

Dies ist eine Art Mindestvertragslaufzeit bei der gesetzlichen Krankenversicherung. So sind Sie bei einem Neuantrag oder einem Vertragswechsel mindestens zwölf Monate an die Krankenkasse gebunden. Erst danach können Sie sich eine andere Krankenversicherung suchen.

Übrigens: Die Bindungsfrist von zwölf Monaten gilt seit 2021. Zuvor mussten Sie 18 Monate abwarten, ehe ein Wechsel möglich war.

An diese einjährige Mindestzeit sind Sie nicht gebunden:

  • Wenn Sie die Krankenkasse kündigen wollen, weil sich Ihr Vertrag ändert, denn dann haben Sie ein Sonderkündigungsrecht.
  • Wenn Sie den Job wechseln, denn dann haben Sie ein sofortiges Kassenwahlrecht.

Das Sonderkündigungsrecht

Auf das Sonderkündigungsrecht können Sie sich berufen, wenn Ihre aktuelle Krankenkasse ankündigt, den Zusatzbeitrag zu erhöhen oder bestimmte Leistungen zu kürzen. Sie können den Versicherungsvertrag dann außerordentlich kündigen. Daher spielt es keine Rolle, wie lange Sie schon Mitglied in der jeweiligen Krankenkasse sind.

Wann sollte Ihre Kündigung spätestens bei der Krankenkasse auf den Tisch gelandet sein? Am Ende des Monats, in dem die Änderung das erste Mal in Kraft tritt. Geben Sie daher auf dem Mitgliedsantrag bei der neuen Kasse mit an, dass Sie wegen Beitragserhöhung kündigen möchten. Dann übermittelt die neue Versicherung die Sonderkündigung an Ihre bisherige Kasse.

Das sofortige Kassenwahlrecht

Auch bei einem Arbeitgeberwechsel haben Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung ein sofortiges Kündigungsrecht. Denn der neue Job kann dazu führen, dass Sie ein höheres Einkommen haben. Diese Änderung wirkt sich auch auf Ihre Krankenkassen-Kosten aus. Aus versicherungstechnischer Sicht ändert sich damit Ihr Status. Daher erhalten Sie bei Jobwechsel ein Kassenwahlrecht.

Innerhalb von 14 Tagen nach dem Antritt der neuen Stelle müssen Sie sich entscheiden, ob Sie die Krankenkasse wechseln wollen. Falls kein Bedarf besteht, bleiben Sie weiterhin in Ihrer Krankenkasse versichert.

Ein sofortiges Kassenwahlrecht haben Sie auch

Wenn Sie angestellt waren und sich selbstständig machen.

Wenn sich Ihr Gehalt ändert und Sie die Versicherungspflichtgrenze über- oder unterschreiten. Dann wechseln Sie entsprechend den Status pflichtversichert oder freiwillig versichert.

Wenn Sie familienversichert waren und sich nun selbst versichern, etwa bei Ausbildungsbeginn.

Achtung! Bei einigen Wahltarifen gelten abweichende Bindungsfristen. Haben Sie sich für einen Wahltarif entschieden, um Krankengeld zu erhalten (betrifft Selbstständige), kann eine Bindungsfrist von drei Jahren bestehen. Bei Tarifen mit Beitragsrückerstattung sind Sie ein Jahr an die Kasse gebunden.

Wie verabschieden Sie sich von Ihrer alten Krankenkasse?

Seit Januar 2021 ist das Ummelde-Verfahren kinderleicht geworden. Sie melden sich einfach bei der neuen Krankenkasse an. Diese erledigt den Rest für Sie. Das heißt, sie kontaktiert Ihre bisherige Kasse. Diese prüft, ob die Voraussetzungen für eine Kündigung erfüllt sind. Innerhalb von zwei Wochen gibt sie diese Rückmeldung an Ihren neuen Wunsch-Versicherer.

Ihre neue Kasse teilt Ihnen danach mit, ab wann der neue Versicherungsschutz gilt. Nun informieren Sie auch Ihre Arbeitgeberin oder Ihren Arbeitgeber. Dazu genügt eine formlose Info darüber, bei welcher Kasse Sie nun versichert sind. Eine schriftliche Mitgliedschaftsbescheinigung durch die Krankenkasse brauchen Sie dafür nicht mehr. Dies wird heute alles digital über ein elektronisches Meldeverfahren erledigt.

Step by step: So kündigen Sie Ihre Krankenkasse

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Sie haben Bedenken, dass vielleicht eine Lücke im Versicherungsschutz entsteht? Keine Sorge. Der Wechsel der Krankenkasse erfolgt vollkommen ohne Risiko. Sollte der Vertrag mit der neuen Versicherung nicht zustande kommen – vielleicht weil Angaben oder Dokumente fehlen – sind Sie weiterhin bei Ihrer aktuellen Krankenkasse versichert.

Sven Lueckerath - Ihr Berater für Versicherungen und Leben bei Comfortplan.de

Sven Lückerath Experte für Krankenversicherungen

Wann wird die Kündigung wirksam?

Die Kündigungsfrist bei der gesetzlichen Krankenkasse beträgt zwei Monate. Das heißt: Der Vertrag endet erst im übernächsten Monat.

Beachten Sie dabei, dass die Kündigung jeweils zum Ende eines Monats erfolgt.

Die folgende Übersicht mit einer Auswahl an Monaten soll dies etwas klarer machen:

Sie kündigen im …Die Kündigung wird wirksam zum …
Januar31. März
Februar30. April
März31. Mai
September30. November

Hinweis: An dieser Zwei-Monats-Frist ändert sich auch nichts, wenn Sie das Sonderkündigungsrecht nutzen.

Wann müssen Sie selbst bei Ihrer Krankenkasse kündigen?

Nur, wenn Sie das System der gesetzlichen Krankenversicherung verlassen möchten, müssen Sie selbst aktiv werden und Ihrer Krankenkasse kündigen. Das trifft zu, wenn Sie ins Ausland ziehen und sich dort absichern. Oder auch, wenn Sie sich bei einer privaten Krankenversicherung versichern wollen. Ihre Krankenversicherung schickt Ihnen dann eine Kündigungsbestätigung zu.

  • Musterkündigungen und weitere Infos dazu, was unbedingt in ein Kündigungsschreiben gehört, finden Sie auf dieser Themenseite.
Vanessa Lindner
Expertin für private Krankenversicherungen

„Die Auswahl an Tarifen in der PKV ist sehr umfangreich. Ganz im Alleingang finden Sie darin kaum auf Anhieb einen Tarif, der optimal für Sie ist.

Lassen Sie daher die Expert:innen für Sie arbeiten. In einem Beratungsgespräch tauschen wir uns zu Ihren Erwartungen an die PKV aus und Sie erhalten von uns ein unverbindliches Angebot.“

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Vanessa Lindner
Expertin für private Krankenversicherungen

Folgende Schritte sind für diesen Wechsel nötig:

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Hinweis: Bei diesem Wechsel erfolgt der Übergang ebenfalls so, dass es keine Lücke im Versicherungsschutz gibt. Sollte der Vertrag mit der PKV nicht wirksam werden, dann bleiben Sie weiterhin in der gesetzlichen Krankenversicherung, auch wenn Sie dort schon gekündigt hatten.

Kündigung der privaten Krankenversicherung (PKV): Das sollten Sie wissen

Ihren Vertrag mit der privaten Krankenversicherung können Sie theoretisch genauso kündigen wie jeden anderen Vertrag, ob Mobilfunk oder Strom. Praktisch kann dies jedoch mit Nachteilen oder Einbußen verbunden sein, sodass Sie sich diesen Schritt vorher genau überlegen sollten.

Zunächst die allgemeinen Details: Sie haben in der PKV ein ordentliches Kündigungsrecht. Demzufolge können Sie den Vertrag mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Dies tun Sie schriftlich, wie allgemein üblich. Beachten Sie dabei noch eine mögliche Mindestvertragslaufzeit, die bei ein bis drei Jahren liegen kann.

Weiterhin können Sie – wie auch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) – von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, etwa wenn die Versicherung eine Beitragserhöhung ankündigt oder wenn Sie wieder versicherungspflichtig werden und in die GKV wechseln müssen.

Risiko bei PKV-Kündigung: Verlust der Altersrückstellungen

Wenn Sie in der PKV versichert sind, wissen Sie, dass Sie mit Ihren Beitragszahlungen zugleich sogenannte Altersrückstellungen aufbauen. Entscheiden Sie sich zu einer Kündigung des Vertrages, besteht das Risiko, dass Sie einen Teil dieses angesparten Geldes verlieren.

Hinzu kommt, dass Sie bei einem Wechsel zu einem anderen PKV-Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung durchlaufen müssen. Die Folge: Die neue Krankenversicherung wird deutlich teurer.

Daher wird allgemein empfohlen, nicht sofort zu kündigen, sondern zu prüfen, ob ein Tarifwechsel beim gleichen Anbieter schon für mehr Zufriedenheit sorgt.

Hinweis: Bei einem Wechsel in die GKV müssen Sie dem Versicherer einen Nachweis vorlegen, dass ein weiterer Versicherungsschutz besteht. Dafür genügt die Aufnahmebestätigung durch die neue Krankenkasse. Grund dafür ist die Krankenversicherungspflicht in Deutschland.

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