Krankenkasse wechseln

So machen Sie beim Wechsel der Krankenkasse alles richtig

  • Einfach anmelden und (fast) fertig
  • Kündigungsfristen kennen
  • Tipps zum Vergleich der Krankenkassen
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Krankenkasse wechseln: Das Wichtigste auf einem Blick

Seit 2021 ist der Wechsel der Krankenkasse noch leichter geworden. Interessierte melden sich bei der neuen Wunsch-Kasse. Diese übernimmt alle Änderungsformalitäten.

Wer die Kasse wechseln möchte, muss ein paar Kündigungsfristen beachten. Neben der 12-monatigen Bindungsfrist, gibt es Ausnahmen wie das Sonderkündigungsrecht und die Option zum Kassenwechsel bei Antritt einer neuen Arbeitsstelle.

Die Krankenkassen unterscheiden sich in der Höhe des Zusatzbeitrages, dem Angebot an Extra-Leistungen und dem Service. Haben Sie Fragen zum Krankenkassenvergleich, helfen wir Ihnen gerne weiter.

Jenny Gebel - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

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Die Krankenkasse wechseln: komfortabel und kinderleicht

Seit 2021 ist der Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) deutlich einfacher geworden. Als Versicherte:r senden Sie Ihren ausgefüllten Mitgliedschaftsantrag mit den nötigen Unterlagen an die Ihre Wunsch-Versicherung. Diese kümmert sich dann um den Rest. Sie informiert Ihre aktuelle Versicherung über den Kündigungswunsch, teilt Ihnen das Datum des Versicherungsbeginns mit und sendet über das elektronische Meldeverfahren auch Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer Arbeitgeberin einen Bescheid über den Krankenversicherungswechsel. Es ist also gar nicht mehr nötig, dass Sie bei Ihrer Krankenversicherung kündigen.

Wer darf die Krankenkasse wechseln?

Auch wenn der Wechsel der Krankenkasse nun deutlich einfacher geworden ist, gibt es ein paar Regeln, Fristen und Bedingungen dafür zu beachten. Sie können nicht ohne weiteres alle drei Monate in eine andere Kasse gehen.

Erst, wenn Sie mindestens zwölf Monate lang Mitglied in einer Krankenkasse waren, haben Sie das Recht, die Kasse zu wechseln. Diese Bindungsfrist wurde ebenfalls verkürzt, um den Kassenwechsel einfacher zu machen. Bis Dezember 2020 galt noch eine Frist von 18 Monaten, ehe ein Krankenkassenwechsel möglich war. Seit Januar 2021 können Sie bereits nach einem Jahr Mitgliedschaft zu einer anderen Krankenkasse wechseln.

Diese 12-monatige Bindungsfrist trifft nicht auf Sie zu, wenn Sie:

die Kasse wegen einer angekündigten Beitragserhöhung wechseln wollen. Denn dann steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu und die Pflicht zu einer 12-monatigen Mitgliedschaft entfällt.

den Job gewechselt haben und bei einem neuen Arbeitgeber bzw. einer Arbeitgeberin angestellt sind. Dann haben Sie ein sofortiges Kassenwahlrecht.

Wechsel der Krankenkasse wegen Beitragserhöhung

Das Sonderkündigungsrecht erhalten Sie, wenn Ihre Krankenkasse eine Anpassung ihres Versicherungsangebotes vornimmt, sei es, dass sie den Zusatzbeitrag erhöht oder Leistungen aus ihrem Portfolio streicht. Ihnen steht es dann frei, sich eine günstigere oder leistungsstärkere Kasse zu suchen. Für diese Entscheidung und die Suche nach einem neuen Anbieter steht Ihnen der Zeitraum ab der Ankündigung der Änderung bis zum Ende des ersten Monats mit den neuen Bedingungen zur Verfügung.

Suchen Sie sich dazu eine neue  gesetzliche Krankenversicherung und senden Sie Ihren Mitgliedsantrag. Der neue Versicherungsanbieter übernimmt alle Formalitäten rund um den Kassenwechsel.

Achtung Ausnahme: Sind Sie freiwillig versichert und haben einen Wahltarif für den Bezug von Krankengeld, sind Sie für drei Jahre an die Kasse gebunden, ohne Sonderkündigungsrecht.

Haben Sie bereits bei Ihrer Krankenversicherung gekündigt und finden Sie keine neue Kasse, bleiben Sie automatisch in Ihrer bisherigen Krankenkasse versichert. Eine Lücke im Versicherungsschutz entsteht nicht.

Neuer Job, neue Krankenkasse: Welche Regelungen gelten hier?

Auch für Arbeitnehmer:innen gilt seit Januar 2021 ein neues Wechselrecht. Sie dürfen mit dem Job auch gleich die Krankenkasse wechseln. Genau wie beim Sonderkündigungsrecht bleibt auch bei dieser Regelung die 12-monatige Bindungsfrist außen vor. Innerhalb von 14 Tagen nach dem Jobwechsel sollten sie den Krankenkassenwechsel in die Wege leiten.

Welche Kündigungsfrist muss ich beim Wechsel der Krankenkasse beachten?

Neben diesen Bedingungen zu denen ein Krankenkassenwechsel überhaupt möglich ist, gibt es noch die Kündigungsfrist. Gemeint ist damit der Zeitraum, in dem der Wechsel von der einen zur anderen Versicherung erfolgt.

Bei gesetzlichen Krankenkassen beträgt diese zwei Monate, auch bei den besonderen Kündigungsgründen.

Zum besseren Verständnis haben wir für Sie hier einige Beispiele zusammengestellt:

Sie kündigen im …Der neue Versicherungsschutz beginnt am …
Januar1. April
Februar1. Mai
Juni1. September
Oktober1. Januar

Wechsel von der privaten zur gesetzlichen Krankenversicherung: Wann ist eine Rückkehr in die GKV möglich?

Ein Wechsel zwischen den beiden Krankenversicherungssystemen, also von der privaten zur gesetzlichen Krankenversicherung, ist oft nicht ganz einfach. Er hängt unter anderem davon ab, ob Sie als Arbeitnehmer:in oder als Selbstständige:r versichert sind.

Angestellte können wieder in die GKV, wenn sie ihr Einkommen senken, sodass sie unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2021: 64.350 Euro) liegen. Das erreichen sie zum Beispiel durch Kürzung der Wochenstunden oder eine Entgeltumwandlung in die betriebliche Altersvorsorge.

Selbstständige müssten in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis wechseln, um in der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen zu werden.

Krankentagegeld
Absicherung im Krankheitsfall

In der Rubrik „Wissen“ finden Sie InfosTipps und Ratgeber aus verschiedenen Bereichen des Alltags, in denen auch Schutz, Absicherung und Finanzen eine Rolle spielen.

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Krankenkasse wechseln: So geht es Schritt für Schritt

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Den Rest erledigt die neue Versicherung für Sie. Eine zusätzliche Kündigung bei Ihrer bisherigen Krankenkasse ist nicht nötig.

Sind alle Formalitäten erledigt und die Infos über Ihren Wechselwunsch weitergegeben, teilt Ihnen die neue Kasse mit, ab wann die Mitgliedschaft gilt. Informieren Sie dann sicherheitshalber Ihre Arbeitgeberin beziehungsweise Ihren Arbeitgeber oder gegebenenfalls die Agentur für Arbeit über den Wechsel der Krankenkasse.

Achtung: Die neue Krankenkasse ist nicht verpflichtet, die Leistungen der vorherigen Kasse weiterzuführen. Erhalten Sie gerade eine aufwendige Leistung wie Krankengeld kann der Wechsel für Sie ein Nachteil sein. Dies sollten Sie sich gut überlegen.

Vergleichen: Worauf sollten Sie beim Wechsel der Krankenkasse achten?

Der größte Teil des Leistungsangebots der Krankenkassen ist gesetzlich vorgeschrieben im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V).

Die Leistungen sind zu etwa 95 Prozent gleich. Die Unterschiede zwischen den mehr als 100 Krankenkassen in Deutschland liegen in folgenden Merkmalen

Höhe des Zusatzbeitrages

Zusatzleistungen

Service

Kurze Infos zum Zusatzbeitrag

Seit 1. Januar 2015 darf jede Krankenkasse einen Zusatzbeitrag individuell festlegen. Die Unterschiede sind zum Teil der groß. So schwankt der Zusatzbeitrag 2021 zwischen 0,35 und 2,7 Prozent. Der Durchschnittswert liegt zurzeit bei 1,3 Prozent.

Sven Lueckerath - Ihr Berater für Versicherungen und Leben bei Comfortplan.de

Sven Lückerath Experte für Krankenversicherungen

Welche Kosten sich für Verbraucher daraus ergeben, zeigen folgende Zahlenbeispiele:

  • Unser Beispielkunde ist ein Angestellter mit einem monatlichen Verdienst von 3.000 Euro brutto. Der gesetzliche Beitrag zur GKV liegt bei 14,6 Prozent und ist für alle Kassen gleich.
KrankenkasseZusatzbeitragMonatsbeitrag*
Barmer1,5 %241,50 Euro
TK (Techniker)1,2 %237 Euro
hkk (Handels­krankenkasse)0,39 %224,85 Euro

*Hinweis zur Berechnung: Arbeitnehmer:innen und Rentner:innen zahlen jeweils die Hälfte der Krankenversicherungskosten. Die andere Hälfte übernehmen Arbeitgeber:innen beziehungsweise die Deutsche Rentenversicherung. Selbstständige zahlen den vollen Betrag selbst.

Würde unser Muster-Versicherter von der Barmer zur hkk wechseln, spart er rund 17 Euro im Monat beziehungsweise fast 200 Euro pro Jahr. Rein kostentechnisch ist der Krankenkassenwechsel für ihn ein Vorteil.

Ein niedriger Preis kann bedeuten, dass das Leistungsangebot gering ist. Achten Sie daher auch darauf, was die Krankenkasse Ihnen neben dem normalen Programm bietet.

Extra-Leistungen und Service: Das macht die Krankenkasse aus

Eine Erweiterung des Leistungsangebots ist ebenfalls für viele ein Grund, sich nach einer neuen Krankenkasse umzuschauen. Ob anteilige Erstattung der Kosten einer Akupunkturbehandlung, die Impfung für die Auslandsreise oder ein Zuschuss zu einer professionellen Zahnreinigung: Mit diesen Extras heben die Krankenkassen ihr Leistungsangebot von anderen ab.

Beim Vergleich lohnt sich auch ein Blick auf die Bonusprogramme und die Prämien der Kasse. Vielleicht sind Sie bereits Mitglied in einem Fitnessstudio und trainieren regelmäßig? Dann bringt Ihnen eine Krankenkasse Vorteile, die dieses Engagement für die eigene Gesundheit belohnt.

Folgende Extraleistungen können Krankenkassen ihren Mitgliedern anbieten:

  • Mehr Leistungen bei Schwangerschaft und Geburt

  • Früherkennungsuntersuchungen (z.B. bei Hautkrebs)

  • Zusätzliche Untersuchungen für Kinder und Jugendliche

  • Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung

  • Zuschuss zu alternativen Behandlungsmethoden

  • Erweiterte Unterstützung von Impfungen (Stichwort: Reiseschutz)

Auch beim Service unterscheiden sich die Krankenkassen deutlich voneinander. So bieten viele bundesweit geöffnete Kassen wie die AOK oder auch die Barmer einen 24/7-Service an. Sie sind also an jedem Tag rund um die Uhr lang für die Kundschaft erreichbar.

Viele Betriebskrankenkassen sind hingegen ausschließlich zu normalen Bürozeiten erreichbar. Oder vielleicht legen Sie eher Wert darauf, dass die Krankenversicherung eine Geschäftsstelle in Ihrer Nähe betreibt. Oder umgekehrt: Ihnen sind viele Online-Angebote wichtig. Auch dann kommen sicher nicht alle Krankenversicherungen für Sie in Frage.

Sie sehen, ein Vergleich der Krankenversicherungen lohnt sich. Sie müssen nur wissen, worauf es sich zu achten lohnt.

Unser Tipp: Nutzen Sie dafür unseren Online-Vergleichsrechner. Nur drei Angaben genügen und Sie erhalten eine Liste mit Kassen-Empfehlungen. Per Klick können Sie mehrere Leistungsangebote miteinander vergleichen. So finden Sie den optimalen Leistungsmix zum günstigsten Preis. Probieren Sie es aus, es ist unverbindlich und kostenfrei.

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