Hund reißt Maul auf

Kastration beim Hund Was sie kostet und wann sie notwendig ist

  • Kastration mit Vor- und Nachteilen verbunden
  • Für Rüden und Hündinnen
  • Kosten vorab in Erfahrung bringen
Kosten absichern
Anja Schlicht - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

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Das Wichtigste zur Kastration beim Hund im Überblick

Eine Kastration beim Hund hat Pros und Contras, die Sie kennen und bedenken sollten. Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend, denn nicht in jedem Alter ist eine Kastration möglich.

Der Eingriff ist bei weiblichen Hunden schwerwiegender als bei Rüden – wobei Komplikationen in den seltensten Fällen auftreten.

Da eine Kastration beim Hund ganz schön kostspielig ist, lohnt es sich, über eine Hundekrankenversicherung nachzudenken. Wir helfen Ihnen dabei, den perfekten Versicherungstarif zu finden!

Kastration beim Hund: Alle Infos, Fakten und Tipps

Sie denken darüber nach, Ihren Hund zu kastrieren? Bei uns finden Sie viel Wissenswertes rund um einen solchen Routineeingriff und seine Folgen. Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Kastration beim Hund? Was spricht für und gegen diese Operation? Welche Komplikation können auftreten und welche Veränderungen kommen auf Sie und Ihren Vierbeiner zu?

Was genau passiert bei einer Kastration?

Bei einer Kastration handelt es sich um einen operativen Eingriff, bei dem der Rüde oder die Hündin unfruchtbar gemacht wird. Dies geschieht, indem der Arzt oder die Ärztin die Fortpflanzungsorgane bzw. die Keimdrüsen der Tiere entfernt. Beim Rüden schneiden Tierärzt:innen die Hoden und bei Hündinnen die Eierstöcke, die Eileiter und manchmal die Gebärmutter samt Muttermund heraus.

Dadurch ändert sich der Hormonhaushalt der Tiere grundlegend. Es werden keine Sexualhormone wie wie Testosteron mehr gebildet. Die fehlenden Geschlechtshormone haben unter Umständen starke Auswirkungen auf das Verhalten und den ganzen Körper der Vierbeiner. Grundsätzlich ist die Kastration bei Hündinnen aufwendiger und mit mehr Risiken verbunden. Der Eingriff lässt sich unabhängig von Geschlecht nicht wieder rückgängig machen und sollte daher gut von Hundehalter:innen überlegt sein.

Sterilisation als Alternative zur Kastration beim Hund?

Die Kastration beim Hund unterscheidet sich von der Sterilisation, bei der nur die Samenleiter bzw. die Eileiter durchtrennt werden. Die Eierstöcke und die Hoden bleiben erhalten. Das bedeutet, dass der Rüde seinen Sexualtrieb behält und die Hündin weiterhin läufig wird. Die Sterilisation ist schonender als die Kastration, lässt aber den Hormonhaushalt unverändert. Sterilisationen werden heutzutage nur noch selten durchgeführt.

Welche Gründe sprechen für eine Kastration beim Hund?

Bevor Sie sich für oder gegen einen solchen Eingriff entscheiden, sollten Sie sich mit allen Vor- und Nachteilen der Kastration auskennen und sich Zeit nehmen, über sie nachzudenken. Mit der Entfernung der Keimdrüsen sind die folgenden positiven Auswirkungen verbunden:

Vorteile der Kastration bei Hünd­innenVorteile der Kastration bei Rüden
Keine unerwünschte Schwangers­chaft möglichKeine Fort­pflanzung mehr möglich
Kein Risiko der Schein­trächtigkeitVerringertes Risiko von Hoden- oder Prostata­tumoren
Keine Läufigkeit und keine damit verbundenen hygienischen Heraus­forderungenKein Auftreten von Präputial­katarrh, einer exzessiven Smegma­produktion
Vermindertes Risiko von Gebärmutter-VereiterungWegfall des Sexualtriebs, Unterbinden von Hyper­sexualität
Verminderte Gefahr von Eierstock­tumorenEntspanntere Begegnungen mit läufigen Hündinnen
Stabilisierung der Psyche durch Wegfall der Hormon­schwankungenStabilisierung der Psyche aufgrund fehlendem Testosteron

Welche Gründe sprechen dagegen?

Die Kastration beim Hund ist ein schwerwiegender Eingriff, der nicht nur mit Vorteilen einhergeht. Neben Komplikationen bei der eigentlichen Operation können hinterher unerwünschte Auswirkungen entstehen:

  • Erhöhte Neigung zu Fettleibigkeit (Übergewicht bei rund 50 Prozent der operierten Tiere)

  • Wesens- und Verhaltensänderung durch die fehlenden Sexualhormone (zum Beispiel Lethargie)

  • Erhöhte Aggressivität und Bissigkeit (vor allem unter Hündinnen)

  • Inkontinenz (vor allem größere Tiere betroffen)

  • Anfälligkeit für Ohrenentzündungen (bei rund 30 Prozent der Hunde)

  • Fellveränderungen (Welpenfell – weiches, stumpfes Fell)

Eine Kastration beim Hund oder der Hündin haben außerdem in vielen Fällen Auswirkungen auf das soziale Miteinander der Tiere. Der Geruch kastrierter Tiere ändert sich und manche Artgenossen reagieren irritiert, wenn sie ihr Gegenüber mithilfe ihrer Nase nicht richtig einordnen können. Dies wird zum Beispiel bei kastrierten Rüden deutlich, die schonmal von Geschlechtsgenossen aufgeritten und regelrecht „gemobbt“ werden.

Achtung! Entgegen der weit verbreiteten Meinung eignet sich eine Kastration nicht als eine Art Verhaltenstherapie. Aggressives Verhalten bei Hundebegegnungen mit Tieren gleichen Geschlechts sowie Markieren und Streunern lassen sich dadurch nicht unterbinden. Einzig konsequentes Training durch die Hundehalter:innen ist bei solchen Verhaltensweisen zielführend.

Tierarztkosten beim Hund
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Der richtige Zeitpunkt für eine Kastration

Ein wichtiges Thema ist das Alter für die Kastration beim Hund. In heutiger Zeit raten Expert:innen dazu, eine Kastration beim Hund frühestens nach Erreichen der Geschlechtsreife durchzuführen. Wann dies soweit ist, hängt nicht zuletzt von der Rasse des Vierbeiners ab. Kleinere Hunde werden schneller geschlechtsreif als große Rassen. Grundsätzlich spricht man von einem Alter zwischen fünf und zwölf Monaten.

Früher wurden häufig sogenannte Frühkastrationen durchgeführt, da angenommen wurde, dass sich dadurch bestimmte Verhaltensweisen kontrollieren und bestimmte Krankheiten vorbeugen lassen. Inzwischen ist aber sicher, dass die Nachteile einer zu frühen Kastration deutlich überwiegen. Dazu gehören:

  • Inkontinenz

  • Fehlende körperliche und geistige Reife

  • Beibehaltung des Welpenfells

  • Neigung zu Hüftgelenksdysplasie

  • Herz-, Prostata- und Milztumore

  • Knochenkrebs

Untersuchungen haben gezeigt: Je länger die Sexualhormone im Körper wirken, desto geringer ist die Gefahr einer der oben beschriebenen Erkrankungen. Allerdings neigen kastrierte Hunde grundsätzlich dazu, einige dieser Krankheiten zu bekommen. Dies gilt vor allem für die Inkontinenz, die auftreten kann, egal in welchem Alter Sie Ihren Hund kastrieren. Bei Hündinnen ist das Risiko ein wenig höher als bei Rüden.

In einigen wenigen Fällen ist es ausnahmsweise angebracht, über eine Frühkastration nachzudenken. Zum Beispiel wenn ihr Vierbeiner hormonell bedingtes aggressives Verhalten zeigt oder an einer durch Hormone verursachten Erkrankung. Lassen Sie sich im Fall der Fälle eingehend beraten und wägen Sie alle Vor- und Nachteile gegeneinander ab.

Die Vorbereitung der Kastration beim Hund

Bevor der Arzt oder die Ärztin die Kastration beim Hund durchführen, untersucht er oder sie das Tier zuerst gründlich. Nur voll und ganz gesunde Tiere werden operiert. Zudem ist es unerlässlich, dass Sie bestimmte Dinge beachten, um das Risiko von Komplikationen so gering wie möglich zu halten und beim reibungslosen Operationsverlauf behilflich zu sein:

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Der Tierarzt beziehungsweise die Tierärztin wird vor der Sedierung untersuchen, ob der Vierbeiner narkosefähig ist. Daraufhin startet die Vorbereitung für die Operation. Zuerst wird der Hund unter Narkose gesetzt, während die Vitalfunktionen zu jeder Zeit überwacht werden. Anschließend wird die Stelle, an der operiert wird, von Fell befreit, desinfiziert und steril abgedeckt.

Kastration beim Rüden

Die Kastration beim männlichen Hund ist deutlich einfacher als bei einer Hündin, wobei natürlich auch da Komplikationen auftreten können. Vor dem Routineeingriff wird die Stelle, an der operiert wird, rasiert und gründlich desinfiziert. Daraufhin wird das Tier in Vollnarkose versetzt. Bei der eigentlichen Operation führt der Arzt oder die Ärztin einen Schnitt am Hodensack des Rüden durch, um die Samenstränge anzubinden und die Hoden herauszunehmen.

Anschließend wird die Wunde wieder geschlossen und verbunden. Alles in allem dauert die Kastration rund 30 Minuten. Nach etwa 10 Tagen bis zwei Wochen werden die Fäden am Hodensack gezogen und Ihr Schützling hat alles überstanden.

Statt chirurgischem Eingriff: Kastration beim Hund per Chip

Beim sogenannten Kastrationschip (Suprelorin-Implantat) handelt es sich um eine Möglichkeit, einen Rüden vorübergehend zeugungsunfähig zu machen. Dabei wird der Chip unter der Haut des Hundes eingesetzt, wo dieser nach und nach den Wirkstoffe Deslorelin abgibt. Solange dies der Fall ist, bleibt der Rüde fortpflanzungsunfähig.

Die Wirkung hält etwa 6-12 Monate an. Anschließend löst sich der Kastrationschip auf und muss nicht entfernt werden. Wenn Sie wollen, können Sie nach Ablauf der Wirkungsdauer einen neuen Hormonchip einsetzen lassen. Zu den Nebenwirkungen gehören unter anderem Trägheit und ein gesteigerter Appetit.

Vorteile der Kastration per Hormonchip

  • Sie können vor dem operativen und irreversiblen Eingriff mithilfe des Chips die Wirkungsweise testen und das Verhalten Ihres Hundes zunächst einmal beobachten.
  • Sie ersparen dem Vierbeiner die Strapazen einer Vollnarkose und die Schmerzen nach der Operation.
  • Wenn Sie es sich anders überlegen, können Sie einfach auf das Einsetzen weiterer Hormonchips verzichten.
  • Die Kosten für den Chip sind deutlich geringer als bei einer Operation.

Nachteile des Hormonchips

  • Bei sehr kleinen Hunden hält die Wirkung nicht selten länger an als bei großen Hunderassen. Auch grundsätzlich lässt sich die Wirkungsdauer nicht genau bestimmen.
  • Manchmal kann es vorkommen, dass der Vierbeiner dauerhaft zeugungsunfähig bleibt.
  • Leidet der Rüde an Hodenkrebs, kommt der Einsatz des Kastrationschips nicht in Frage.
  • Es können unangenehme Nebenwirkungen auftreten, zu denen Schwellungen und Entzündungen an der Implantatstelle gehören sowie Verhaltensänderungen beim Fressen und Änderungen des Fells.

Kastration bei der Hündin

Ist der Hund weiblich, ist die Kastration aufwendiger. Bei der Hündin wird im Verlauf der Kastration zunächst die Bauchwand geöffnet. Daraufhin werden die Eierstöcke entfernt (Ovarektomie) bzw. in einigen Fällen sogar die gesamte Gebärmutter (Ovariohysterektomie). Nachdem die Bauchwand zugenäht wurde und die Hündin von der Narkose erwacht ist, können Sie die Patientin direkt wieder mit nach Hause nehmen. Am folgenden Tag gibt es eine Nachuntersuchung – und ebenso wie beim Rüden werden die Fäden nach 10 Tagen gezogen.

Die Zeit nach der Kastration: Das sollten Sie bei der Genesung beachten

Nach der Kastration bei Ihrem Hund oder Ihrer Hündin sollten Sie die Genesung so unkompliziert wie möglich gestalten. Gönnen Sie dem Vierbeiner Ruhe und lassen Sie ihm besonders viele Streicheleinheiten zukommen. Wichtig ist ein Leckschutz, bei dem es sich zum Beispiel um eine Halskrause oder einen speziellen Bauchanzug handelt.

Achten Sie darauf, Ihren vierbeinigen Schützling in der ersten Zeit nach der Operation nicht zu sehr zu fordern. Halten Sie die Spaziergänge kurz und vermeiden Sie Hundebegegnungen, die im wilden Spiel ausarten können. Auch auf Treppensteigen und Sprünge auf Bett und Sofa sollten die Genesenden verzichten.

Komplikationen nach der Operation?

Wie jede Operation kann die Kastration des Hundes Komplikationen nach sich ziehen. Dazu gehören Nachblutungen und Entzündungen der Operationswunde. Wundheilungsstörungen kommen ebenso vor wie Narkoseunverträglichkeiten. Glücklicherweise treten sie sehr selten auf und in der Regel hat sich der beste Freund des Menschen nach zwei Wochen vollständig erholt.

Eine Kastration beim Hund ist teuer

Wer über einen solchen Eingriff nachdenkt, stellt sich natürlich auch die Frage, wie kostspielig die Kastration ist. Es ist nicht einfach, darauf eine Antwort zu geben, denn die letztendlichen Kosten hängen von diversen Faktoren ab. Dazu gehören:

  • Geschlecht des Hundes
  • Größe und Gewicht des Tiers
  • Art und Menge der Schmerz- und Narkosemittel
  • Notwendiges Personal für die Durchführung der Operation
  • Nachsorge wie Kontrolluntersuchungen und Ziehen der Fäden
  • Komplikationen und verzögerte Heilung

Jeder Tierarzt und jede Tierärztin erhebt andere Gebühren, sodass eine breite Spanne an möglichen Gesamtkosten existiert. Eine Orientierung für die Kosten der Kastration beim Hund bietet die sogenannte Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Dort ist verzeichnet, wie viel Mediziner:innen für ihre Arbeitsleistung abrechnen dürfen. Im Falle der Kastration sieht die GOT folgendermaßen aus:

GebührensatzRüdeHündin
Einfacher Satz51,31€160,34€
Zweifacher Satz102,62€320,68€
Dreifacher Satz153,93€481,02€

Welchen der Sätze die Tierärzt:innen abrechnen, kommt auf den Aufwand und den Schwierigkeitsgrad der Kastration an. Neben den Kosten für die reine OP kommen Vor- und Nachsorgeuntersuchungen, Verbandsmaterial und andere Ausgaben beim Arztbesuch hinzu.

Krankenversicherung finden und viel Geld sparen

Nicht nur die Kastration kann Ihnen teuer zu stehen kommen – im Laufe eines Hundelebens können viele weitere Krankheiten entstehen, die mit kostspieligen Arztbesuchen einhergehen. Doch auch Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen verursachen im Laufe der Zeit hohe Kosten. Gut, dass es dafür eine ganz einfache Lösung gibt!

Mithilfe einer Hundekrankenversicherung werden die allermeisten Kosten für Behandlungen und Arztbesuche vom Versicherer übernommen. Sie zahlen nur einen monatlichen Festpreis – der viel günstiger ist, als Sie vielleicht denken. Wo es die beste Krankenversicherung für Ihren Hund gibt? Auch darauf gibt es eine einfache Antwort.

Unser Vergleichsrechner ist Ihnen dabei behilflich, in wenigen Schritten und wenigen Minuten den idealen Versicherungstarif für Ihren Schützling zu finden. Sie müssen nichts weiter tun, als einige Eckdaten zum Vierbeiner einzutragen und die Suche mit einem Mausklick zu starten.

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