Impfung beim Hund Ein kleiner Pieks für die Gesundheit Ihres Hundes

  • Was kosten Impfungen beim Hund?
  • Core und NonCore – was ist das?
  • Wie oft muss der Hund geimpft werden?
  • Impfschutz im Ausland
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Anja Schlicht - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

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Das Wichtigste zum Thema Impfung beim Hund

Laut dem Tierärzteverband ist nur die Hälfte aller Hunde in Deutschland ausreichend geimpft. Ohne flächendeckenden Impfschutz können sich Krankheitserreger schnell auszubreiten.

Eine Impfpflicht für Hunde gibt es in Deutschland nicht. Trotzdem unterscheiden Tierärzt:innen zwischen Pflicht- und Wahlimpfungen.

Die Kosten für eine Hunde-Impfung sind überschaubar und auf jeden Fall geringer als die Behandlungskosten bei einer ernsten Krankheit. Eine Hundekrankenversicherung schützt Sie vor hohen Kosten. Wir helfen Ihnen bei der Suche nach dem passenden Tarif.

Impfungen schützen vor lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten. Das ist beim Menschen so, und auch beim Hund. Trotzdem gibt es bei der Impfung für den Vierbeiner auch kritische Meinungen. Welche Impfungen sollte Ihr Hund unbedingt haben? Wie oft braucht es eine Wiederholungsimpfung? Was kosten die regelmäßigen Hundeimpfungen? Damit Sie Ihre Entscheidung treffen können, haben wir für Sie die wichtigsten Hintergrundinfos zur Impfung beim Hund zusammengestellt.

Was kostet die Impfung Ihres Hundes?

Die Kosten für die Hundeimpfungen richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Diese gibt einen dreistufigen Gebührenrahmen vor, nach denen Tierärzt:innen abrechnen. Festpreise gibt es damit nicht. Somit können die Kosten variieren, je nach Impfstoff, erforderlichen Untersuchungen zum Gesundheitszustand Ihres Hundes, verwendetem Material und anderen Faktoren.

Die Übersicht zeigt den Gebührenrahmen, den die GOT für eine Injektion vorgibt:

Gebührensatz1-facher Satz2-facher Satz3-facher Satz
Preis für eine Injektion (für Hund)4,49 Euro8,98 Euro13,47 Euro

Häufig verabreichen Tierärzt:innen Kombinationsimpfstoffe. Eine Spritze schützt Ihren Hund dann gleich vor mehreren Erkrankungen, zum Beispiel als 6-fach-Kombi gegen Staupe, Parvovirose, HCC, Leptospirose, Tollwut und Zwingerhusten. Die Kosten für eine Impfung mit Kombinationsimpfstoff liegen zwischen 50 Euro und 70 Euro. Eine einfache Impfung, beispielsweise gegen Tollwut, kostet etwa 30 Euro.

Sind mehrere Impfungen für Ihren Hund erforderlich, steigen die Kosten schnell an. Dies sollte Sie jedoch vom Piekser nicht abhalten. Denn die Preise für die Gesundheitsvorsorge des Tieres liegen deutlich unter den Kosten, die entstehen, wenn Ihr Hund krank wird und vielleicht eine lebenslange Behandlung braucht.

Tipp: Mit einer Hundekrankenversicherung sichern Sie sich gegen hohe Tierarztkosten ab, ob bei Vorsorgeimpfungen, Behandlungen von Krankheiten und Verletzungen oder bei Operationen. Schon ab rund 12 Euro monatlich sorgen Sie für die Gesundheit Ihres Hundes.

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Welche Impfungen sollte Ihr Hund unbedingt haben?

Gleich vorweg: Eine Impfpflicht für Hunde gibt es nicht. Stattdessen geben verschiedene Vereinigungen von Wissenschaftler:innen und Veterinärmediziner:innen Impfempfehlungen heraus. Dazu gehört unter anderem die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin e.V. – kurz StIKo Vet.

Die Expert:innen unterscheiden zwischen Core- und NonCore-Impfungen, oder auf Deutsch gesagt, zwischen Pflichtimpfungen und Wahlimpfungen. Moment mal! Pflichtimpfung!? Ja, das ist die gängige Bezeichnung für Impfungen, die für einen Hund empfohlen sind. Daher ist die folgende Aussage immer noch richtig: Eine verbindliche Pflicht zur Impfung Ihres Hundes haben Sie in Deutschland nicht.

Mit Hund im Ausland

In anderen Ländern können die Bestimmungen zur Impfung von Hunden anders aussehen. Die Tollwutimpfung ist beispielsweise in vielen Ländern Vorschrift. Für Reisen innerhalb der EU braucht Ihr Vierbeiner zudem einen EU-Heimtierausweis. Dieser enthält Angaben zu Ihnen, zum Hund, zur Kennzeichnung des Tieres (Chip oder Tätowierung), zu Impfungen gegen Tollwut sowie zum Impfschutz gegen andere Hundekrankheiten.

Pflichtimpfungen (Core-Impfungen) nach Empfehlung der StIKo Vet

Sehr ans Herz legen Ihnen Tiermediziner:innen Schutzimpfungen gegen meist hoch ansteckende Krankheitserreger, die bekannt sind für einen schweren bis tödlichen Verlauf der Hundekrankheiten. Andere Maßnahmen oder Heilmittel gegen die Krankheiten gibt es nicht oder nicht in ausreichender Form.

Ihr Hund sollte gegen folgende Krankheiten geimpft sein:

  • Staupe
  • Parvovirose
  • Leptospirose

Hinweis: Impfungen gegen Hepatitis contagiosa canis (HCC) und die Tollwutimpfung gehören laut der aktuellen Impfempfehlung der StIKoVet nicht mehr zu den Core-Vakzinen.

Wahlimpfungen (Non-Core-Impfungen)

Diese Vakzine schützen vor Hundekrankheiten, die verstärkt regional vorkommen, wie Erkrankungen durch Zeckenbisse. Ein schwerer Verlauf ist zwar möglich. Einige Infektionen bekommen Sie mithilfe von Antibiotika auch wieder gut in den Griff.

Gegen diese Hundekrankheiten ist ein Impfschutz empfehlenswert:

  • Zwingerhusten (Parainfluenza)
  • Lyme Borreliose
  • Babesiose
  • Leishmaniose
  • Canines Herpes-Virus
  • Pilzinfektionen
  • Tollwut
  • Bordetella-Infektionen
  • Hepatitis contagiosa canis (HCC)

Wann und wie oft sollte Ihr Hund geimpft werden?

Der Impfschutz beginnt bestenfalls schon im Welpenalter. In den ersten Wochen sind die kleinen Fellnasen noch durch die Antikörper aus der Muttermilch gegen Hundekrankheiten geschützt. Dieser Schutz lässt jedoch nach.

Die Grundimmunisierung bei Welpen

Ab der achten Lebenswoche darf der kleine Hund schon den ersten Impf-Pieks mit den Core-Impfstoffen erhalten.

Impfplan zur Grundimmunisierung nach Leitlinien der StIKo Vet

AlterImpfung gegen:
8 WochenLeptospirose, Parvovirose, Staupe
12 WochenLeptospirose, Parvovirose, Staupe
16 WochenParvovirose, Staupe
15 MonateLeptospirose, Parvovirose, Staupe

Quelle: Impfleitlinie Tierärzteverband, S. 10 (PDF-Dokument)

Im Abstand von etwa vier Wochen wird die Impfung immer wieder erneuert, etwa zwei bis drei Mal. Mit einer letzten, vierten Impfung, die der junge Hund im Alter von etwa einem Jahr erhält, ist die Grundimmunisierung abgeschlossen.

„Die Vakzine kann nur dann optimal wirken, wenn der Hund gesund ist. Ihr Welpe muss also vor der Impfung entwurmt und frei von Parasiten sein. Wird ein erwachsener Hund geimpft, sollte zuvor ebenfalls ein Gesundheits-Check erfolgen.“

Anja Schlicht - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

Anja Schlicht Redakteurin & Tierliebhaberin

Welche Auffrischimpfungen sind nötig?

Nach der Grundimmunisierung ist es nötig, die Impfung in regelmäßigen Abständen aufzufrischen.

Bei den Core-Impfungen empfiehlt die StIKo Vet folgende Impfintervalle:

  • Gegen Staupe und Parvovirose alle drei Jahre
  • Gegen Leptospirose jährlich

Bei Tollwut hängt das Impfintervall vom gewählten Impfstoff ab. Für Ihren Hund kann eine jährliche Auffrischung nötig sein oder im Abstand von drei Jahren. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt sind hier die besseren Ratgeber.

Die Häufigkeit der Wiederholungsimpfung wird von Hundebesitzer:innen und auch Wissenschaftler:innen oft in Frage gestellt. Ein Vakzin ist zwar ein wichtiger Schutz, es kann das Immunsystem Organismus des Hundes aber auch belasten. Daher raten Expert:innen dazu, lieber einen sogenannten Titertest durchzuführen. Dieser zeigt, ob im Blut des Hundes noch ausreichend Antikörper vorhanden sind. So lässt sich das Intervall der Impfauffrischung verlängern. Das heißt: Impfung nur, wenn wirklich notwendig.

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In der Rubrik „Wissen“ finden Sie InfosTipps und Ratgeber aus verschiedenen Bereichen des Alltags, in denen auch Schutz, Absicherung und Finanzen eine Rolle spielen.

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Impfempfehlungen zu den Non-Core-Impfungen

Ob die Wahlimpfungen nötig sind, hängt zum Teil davon ab, wie hoch das Risiko einer Erkrankung Ihrer vierbeinigen Fellnase ist.

Wohnen Sie in einem Zecken-Risikogebiet, empfiehlt es sich natürlich Ihren Vierbeiner gegen Borreliose impfen zu lassen. Planen Sie Reisen in den Süden und Ihr Hund soll Sie begleiten, sind Hundeimpfungen gegen „Mittelmeerkrankheiten“ wie Leishmaniose oder Babesiose sinnvoll.

Hunde, die in Gemeinschaft mit Artgenossen zusammenleben, beispielsweise Schlittenhunde, sollten unbedingt gegen den hochansteckenden Zwingerhusten geimpft sein.

Die Tierärztin oder der Tierarzt kann Sie dazu beraten, welche Non-Core-Impfungen für Ihren Hund nötig sind und welche nicht.

Tollwutimpfung ja oder nein?

Die Tollwutimpfung ist aus Sicht von Tierärzt:innen weiterhin sinnvoll, auch wenn sie die STIKO Vet nicht mehr als Core-Impfung sieht. In Deutschland gibt es die terrestrische Tollwut – also die Erkrankung bei Wildtieren, die nicht fliegen können – zwar nicht mehr. Aber es existieren noch strenge Verordnungen bei Tollwut-Verdacht. Empfehlenswert ist daher, den Hund ab der 12. Lebenswoche gegen Tollwut impfen zu lassen.

Achtung!

Hunde, bei denen der geringste Verdacht einer Ansteckung besteht, dürfen das Haus nicht mehr verlassen. Zudem kann ein:e Amtstierärzt:in die sofortige Tötung fordern. Außer: Der Hund ist nachweislich gegen Tollwut geimpft! Zudem ist der Nachweis einer Immunisierung gegen Tollwut Pflicht bei Reisen in- und außerhalb der EU.

Welche Nebenwirkungen können nach der Impfung des Hundes auftreten?

Die möglichen Nebenwirkungen sind für manche Hundehalter:innen ein Grund, auf die Auffrischungsimpfungen zu verzichten. Zu den unerwünschten Reaktionen zählen Symptome wie

  • leichtes Fieber,
  • Schmerzen oder Schwellungen an der Einstichstelle,
  • Müdigkeit,
  • Appetitverlust,
  • Durchfall,
  • Erbrechen,
  • Atemwegsprobleme,
  • allergische Reaktionen sowie
  • leichte Symptome der Krankheit, gegen die der Impfschutz eigentlich wirken sollte.

Diese Nebenwirkungen treten selten und meist sehr schwach auf. Sollten sie sich in starker Form zeigen, dann lieber gleich in die Tierarztpraxis.

Impfungen sind zwar wirkungsvoll, aber dennoch kein 100-prozentiger Schutz. So kann es durchaus zu Impfdurchbrüchen kommen. Der Hund steckt sich also trotz Vakzine mit dem Erreger an. Eine andere Ursache dafür kann eine falsche Lagerung des Impfstoffes sein.

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