Hinzuverdienst zur Rente

Rente und Einkommen: Wie viel dürfen Sie als Rentner:in dazuverdienen?

  • Das Alter entscheidet darüber, ob es Rentenkürzungen gibt.
  • Bei zu hohem Nebenverdienst wird das Einkommen angerechnet.
  • Wegen Corona gibt es neue Regeln zur Verdienstgrenze.
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Jenny Gebel - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

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Auch als Rentner:in können Sie noch einer Beschäftigung nachgehen. Manche sind darauf angewiesen, um die Haushaltskasse aufzubessern. Andere möchten einfach noch aktiv sein und am Arbeitsleben teilnehmen. Gründe für eine Arbeit in der Rentenzeit gibt es viele.

Beim Arbeiten als Rentner:in gibt es einiges zu beachten, damit Ihre Rente nicht gekürzt wird. Eine wichtige Kennzahl, die den Hinzuverdienst zur Rente mitbestimmt, ist die Regelaltersgrenze. Sind Sie vorzeitig in Rente gegangen und haben weiteres Einkommen, gilt für Sie die Hinzuverdienstgrenze.

Bei uns erfahren Sie, welche Verdienstgrenzen es bei gesetzlicher Rente oder bei einer Erwerbsminderungsrente zu beachten gibt. Außerdem beraten wir Sie gerne zu Ihrer Altersvorsorge und einer geeigneten Rentenversicherung.

Rente und Nebenjob: Wie viel darf ich hinzuverdienen?

Wer eine Rente bezieht und nebenbei noch Einkommen aus einer Tätigkeit hat, ob angestellt oder selbstständig, sollte sich informieren, ob sich dies auf die Höhe der Rente auswirkt. Dies gilt zwar nicht für alle, aber für viele Arten der Rente.

In erster Linie sind Beziehende einer vorgezogenen Altersrente davon betroffen – sowie Personen, die eine Erwerbsminderungsrente erhalten. Auch bei Hinterbliebenenrenten wie Witwer- oder Witwenrenten hat das Einkommen einen Einfluss auf die Rentenhöhe.

Beziehen Sie eine Waisenrente oder sind Sie bereits im Rentenalter, müssen Sie sich um eine Kürzung der Zahlung wegen eines Nebenverdienstes keine Gedanken machen.

In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie viel Sie anrechnungsfrei zur Rente dazuverdienen können mit Zusatzinfos, aktuellen Zahlen und Beispielen.

Gesetzliche Rente: Das sollten Sie bei Nebeneinkünften beachten

Beginnen wir mit dem einfachsten Fall: Sie sind im Ruhestand, beziehen Ihre Altersrente und haben auch das normale Rentenalter erreicht.

Dann dürfen Sie zu Ihrer Rente so viel dazuverdienen, wie Sie möchten. Ihre Rente wird dadurch nicht gekürzt. Und Sie müssen den Nebenverdienst auch nicht an die Versicherung melden. So gesehen, können Sie ganz gelassen bleiben.

Christian Bulik
Comfortplan-Versicherungsexperte für Altersvorsorg
Beratung gefällig? Christian Bulik ist unser allzeitbereiter Versicherungsexperte.

Denken Sie daran, dass Sie auch als Rentner:in Ihr Einkommen versteuern müssen. Hierfür gibt es wiederum andere Regeln und Freibeträge. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zur Rentenbesteuerung . Auch Behörden, die Sozialleistungen zahlen, können sich für den Nebenverdienst interessieren und Bezüge neu berechnen – etwa die Wohngeldstelle. Lassen Sie sich dazu am besten von einem Profi beraten.

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Hinzuverdienst für Frührentner:innen

Wer früher, also noch vor der regulären Altersgrenze, in Rente gegangen ist, kann sich ebenfalls etwas dazuverdienen. Für Sie gelten aber ein paar andere Spielregeln:

1)     Sie müssen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Ihre Beschäftigung schriftlich melden.

2)     Je nachdem wie hoch Ihr Verdienst ist, kann es zu einer Kürzung Ihrer Rentenbezüge kommen. (mehr dazu im nächsten Kapitel)

Fällt dieser Zusatzverdienst wieder weg oder sinkt deutlich, erhalten Sie wieder das Rentengeld in voller Höhe. Und spätestens, wenn Sie das reguläre Rentenalter erreicht haben, dürfen Sie soviel verdienen, wie Sie wollen. Und zwar ohne Anrechnung auf Ihre Rente (siehe Abschnitt eins).

  • Welche Verdienstgrenze gilt für Sie? Die normale Regelung zum Hinzuverdienst bei einem vorgezogenen Altersruhegeld sieht folgendes vor: Verdienen Sie mehr als 6.300 Euro pro Jahr brutto, müssen Sie damit rechnen, dass Ihre Rente gekürzt wird.

Anhebung der Verdienstgrenze wegen Corona

In vielen Bereichen kam es durch die Corona-Krise zu Personalengpässen. Deshalb hob das Bundeskabinett die Verdienstgrenze für Frührentner:innen für die Jahre 2020 und 2021 vorübergehend an: von bisher 6.300 Euro auf 46.060 Euro brutto pro Jahr (2021).

Für Betriebe und Frührentner:innen soll es dadurch leichter sein, eine Beschäftigung aufzunehmen, um Firmen mit Arbeitskraft zu unterstützen.

2022 wird die Verdienstgrenze voraussichtlich wieder herabgesetzt.

Die wichtigsten Punkte zu den Verdienstgrenzen haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Übersicht: Diese Regeln zum Hinzuverdienst zur Rente sollten Sie kennen

Wann erfolgt der Hinzuverdienst?Jährliche Verdienst­grenze (2021)Hinzuverdienst bei der DRV melden?
Vor dem regulären RentenalterBis 46.060 Euro ohne Anrechnung

(Hinweis: Die Grenze liegt normaler­weise bei 6.300 Euro.)

ja
Nach der Regelalters­grenze (67 Jahre)unbegrenztnein
Bei Bezug einer vollen Erwerbs­minderungs­renteBis 6.300 Euroja
Bei Bezug einer anteiligen Erwerbs­minderungs­renteIndividuell festgelegt, mindestens 15.989,40 Euro ohne Anrechnungja

Hinzuverdienst bei Erwerbsminderungsrente

Personen, die eine Erwerbsminderungsrente beziehen, dürfen sich ebenfalls etwas dazuverdienen, ohne, dass sie mit Abzügen rechnen müssen. Allerdings will die Rentenversicherung in diesen Fällen genau darüber Bescheid wissen. Schließlich erhalten Sie die Rente, weil Sie wegen Krankheit oder Behinderung gar nicht mehr in der Lage sind, zu arbeiten (drei bis maximal sechs Stunden bei teilweiser Rente und weniger als drei Stunden bei voller Erwerbsminderung). Haben Sie  einen Halbtagsjob, kommt es zum Konflikt mit der Erwerbsminderungsrente.

Wie viel können Sie bei voller Erwerbsminderung hinzuverdienen?

Bei einer Vollrente wegen Erwerbsminderung gelten die gleichen Regeln wie bei der Frührente:

  • Pro Jahr dürfen Sie maximal 6.300 Euro dazuverdienen, ohne dass Ihnen Ihre Rente gekürzt wird.
  • Alles, was über diese Verdienstgrenze hinausgeht, wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.
  • Hinweis: Die Sonderregelungen in der Corona-Zeit gelten nicht für die Erwerbsminderungsrente.

Wenn Sie eine Erwerbsminderungsrente beziehen, sollten Sie die Rentenversicherung unmittelbar darüber informieren. Die Versicherer interessieren sich ohnehin für Ihre Tätigkeit. Sie prüfen, ob das Einkommen und die Tätigkeit noch im Rahmen der Rentenbedingungen liegt. Ein gewisses Restleistungsvermögen wird Ihnen dabei zugesprochen.

Was dürfen Sie bei teilweiser Erwerbsminderung hinzuverdienen?

Sind Sie wegen Krankheit oder Behinderung teilweise erwerbsgemindert und erhalten eine Rente, gelten wiederum andere Verdienstgrenzen. Ihr persönliche Hinzuverdienstgrenze rechnet die Rentenversicherung jedes Jahr aus. Ein wichtiger Faktor ist dabei Ihr höchstes beitragspflichtiges Jahreseinkommen aus den letzten 15 Jahren.

Die Mindestsumme liegt 2021 bei

Euro
So viel dürfen Sie mindestens pro Jahr dazuverdienen, ohne dass Ihnen ein Teil der Rente gekürzt wird.

Tipp: Die Berechnung der Hinzuverdienstgrenze ist bei dieser Rentenart recht kompliziert. Wenn Sie eine Tätigkeit aufnehmen wollen, sollten Sie sich im Voraus mit dem Rentenversicherer in Verbindung setzen und sich die persönliche Verdienstgrenze ausrechnen lassen.

Verdienstgrenze überschritten – und was jetzt?

Sie haben mehr verdient, als die Verdienstgrenze für (Früh-)Rentner vorgibt? Dann wird die DRV aktiv und rechnet einen Teil davon auf Ihre Rente an. Ihre Rente fällt also etwas geringer aus. Dieser Anteil beträgt 40 Prozent des Betrages, der über der Verdienstgrenze liegt.

Dazu ein kurzes Zahlenbeispiel

Sie haben im Jahr 2020 insgesamt ein Einkommen von 50.260 Euro brutto aus einer Tätigkeit erhalten. Damit liegen Sie genau 4200 Euro über der Verdienstgrenze, die in dem Jahr galt.

Das sind pro Monat 350 Euro40 Prozent davon sind 140 Euro.

Ihre monatliche Rente wird also um 140 Euro gekürzt.

Ihre Altersrente wird dafür im Gegenzug etwas höher ausfallen, wenn Sie durch Ihren Verdienst Beiträge in die Rentenversicherung zahlen.

Einkommen und Hinterbliebenenrenten: Was müssen Sie wissen?

Andere Regelungen gelten für Hinterbliebenenrenten. Waisen dürfen unbegrenzt viel Einkommen hinzuverdienen. Für Witwer- und Witwenrenten sowie Hinterbliebenenrenten an Lebenspartner gelten festgelegte Freibeträge. Die Höhe dieser Grenzen ist an den aktuellen Rentenwert gekoppelt. Dadurch ist sichergestellt, dass er sich anpasst, wenn die Renten steigen.

Der Freibetrag entspricht dem 26,4-fachen des aktuellen Rentenwertes. Dieser liegt zurzeit bei 34,19 Euro im Westen und 33,47 Euro im Osten Deutschlands.

Das sind insgesamt

Euro
in den alten Bundesländern
Euro
in den neuen Bundesländern

Weiterhin gehören Freibeträge für Kinder in die Berechnung hinein. Weil die genaue Ermittlung der Einkommensanrechnung sehr komplex ist, raten wir Ihnen, sich beim Rentenversicherungsträger direkt zu informieren.

Der Hinzuverdienstdeckel

Kommen wir schließlich noch zu der Höchstgrenze für den Hinzuverdienst zur Rente. Ab diesem Punkt wird das Geld, das Sie sich zu Ihrer Rente dazuverdienen, zu 100 Prozent angerechnet.

Diese Grenze wird individuell berechnet, denn sie richtet sich nach dem Einkommen, dass Rentenbeziehende in den 15 Jahren vor Rentenbeginn hatten.

Maßgeblich ist das Kalenderjahr mit dem höchsten Einkommen beziehungsweise mit den meisten Entgeltpunkten. Liegen Sie mit Ihrer bereits gekürzten Rente und Ihrem Nebenverdienst über dieser Grenze, wird Ihnen der darüber liegende Betrag von Ihrer Teilrente abgezogen.

Wenn Sie noch einige Jahre vor sich haben, ehe Sie in Rente gehen, lohnt es sich trotzdem schon vorzusorgen. Über eine sorgfältig geplante Altersvorsorge-Strategie mit einer privaten Rentenversicherung können Sie daran arbeiten, Versorgungslücken zu schließen. Lassen Sie sich dafür von unseren Versicherungsexpert:innen beraten.

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