Giardien bei der Katze Das können Sie gegen die lästigen Parasiten tun

  • Wo lauern Ansteckungsgefahren?
  • Welche Symptome gibt es?
  • Wie können Sie Ihrer Katze helfen?
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Jenny Gebel - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

Gleich ins Thema Giardien bei der Katze einsteigen – Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zum Thema Giardien bei der Katze?

Giardien sind kleine Parasiten, die sich in der Darmschleimhaut ansiedeln und für Verdauungsstörungen sorgen. Die Giardiose (Befall mit Giardien) zählt in Deutschland zu den häufigsten Parasitenerkrankungen bei Katzen.

Giardiose kann bei Katzen in jedem Alter vorkommen. Jungtiere unter einem Jahr spüren die Auswirkungen jedoch am stärksten. Ihr Immunsystem ist noch nicht stark genug. Bei älteren Katzen können die Symptome wie Durchfall, Erbrechen oder Gewichtsverlust trotz Infektion ausbleiben.

Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung mit den Darmparasiten, sollten Sie mit Ihrer Katze schnell in die Tierarztsprechstunde. Haben Sie eine Katzenkrankenversicherung, brauchen Sie sich keine Gedanken über hohe Tierarztrechnungen machen. Die Versicherung schützt Sie vor diesen hohen Ausgaben.

Giardien bei der Katze: Kleinste Störenfriede im Katzendarm

Giardien (in der medizinischen Fachsprache Giardia intestinalis) sind winzig kleine, einzellige Parasiten. Sie siedeln sich bevorzugt im Dünndarm des Wirtes an und setzen sich an der Darmwand fest. Dort vermehren sie sich und stören die Verdauungsvorgänge.

Der Giardienbefall (Giardiose) ist eine Darmentzündung, die akut oder auch chronisch verlaufen kann. Immer wiederkehrende, wässrige Durchfälle sind Anzeichen dafür, dass sich Ihre Katze diese Parasiten eingefangen hat.

Bei der Vermehrung im Darm bilden die Giardien Eier bzw. sogenannte Zysten (auch Dauerstadien genannt). In diesem Zustand können die Krankheitserreger lange Zeit in der Umwelt überleben und weitere Katzen und Hunde anstecken. Über den Katzenkot ausgeschieden sind sie dort zwischen einer Woche und – bei feuchter Umgebung – bis zu drei Monaten lebensfähig.

Infizierte Tiere scheiden große Mengen an Zysten über den Kot aus:

Ein Gramm Kot kann bis zu
Zysten enthalten.

Die Kothäufchen sind potentielle Ansteckungsmöglichkeiten für andere Katzen.
Giardien bei Katzen sind weltweit verbreitet und können überall auftreten. Dennoch kann es zum Teil zu Infektionsrisiken kommen, die sich auf eine Region beschränken.

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Was gegen die Plagegeister hilft & was es kostet

In der Rubrik „Wissen“ finden Sie Infos, Tipps und Ratgeber aus verschiedenen Bereichen des Alltags, in denen auch Schutz, Absicherung und Finanzen eine Rolle spielen.

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Welche Symptome zeigen sich bei einer Giardieninfektion?

Der häufige Durchfall als typisches Anzeichen einer Giadiose wurde oben schon genannt. Die Ausscheidungen können sehr wässrig, aber auch blutig sein.

Meist kommen noch weitere Krankheitsmerkmale hinzu, zum Beispiel:

Gewichtsverlust

Frisst Ihre Katze unverändert viel, nimmt aber dennoch spürbar ab? Dann scheint ihr eine Darminfektion zu schaffen zu machen. Giardien könnten eine Ursache sein.

Abgeschlagenheit

Fühlt sich Ihre Katze allgemein schwach, energielos, schläft mehr als sonst und hat obendrein Durchfall, deutet dies auf eine Erkrankung hin. Ein Besuch in der Tierarztsprechstunde ist empfohlen.

Erbrechen

Die Kombination auch dünnem Kot und Erbrechen ist gefährlich. Ihre Katze verliert dann sehr viel Flüssigkeit. Auch in diesem Fall ist eine Behandlung bei der Tierärztin oder dem Tierarzt geboten.

Auch wenn Sie merken, dass sich Ihre Katze nicht richtig gesund und munter fühlt, das Fell seinen Glanz verliert, wissen Sie: Ihr schnurrender Vierbeiner ist krank und braucht eine medizinische Untersuchung.

Achtung! Eine Infektion mit Giardia-Parasiten muss nicht bei jeder Katze zu einer schweren Darminfektion führen. Ältere Samtpfoten mit einer starken Immunabwehr zeigen oft keine Symptome. Sie sind dennoch eine Ansteckungsgefahr. Katzenbabys und Tiere mit geschwächter Immunabwehr leiden stärker unter dem Giardienbefall und reagieren stark mit vielen Krankheitssymptomen darauf.

Diagnose: Wie kommen Tierärzt:innen den Giardien auf die Spur?

Bemerken Sie, dass Ihre Samtpfote immer wieder für zwei bis drei Tage Durchfall in die Katzentoilette bringt, dann sollten Sie unbedingt mit ihr in die Tierarztpraxis gehen. Vor allem für Kätzchen kann ein solcher Flüssigkeitsverlust ein Risiko bedeuten.

Tipp: Bringen Sie zu dem Termin schon eine oder gleich mehrere Kotproben mit. Das verkürzt die Untersuchung und die Diagnose der Katzenkrankheit.
Laboruntersuchungen von Kotproben

Ob Giardien für den Durchfall und die Krankheitssymptome verantwortlich sind, lässt sich am besten über Kotuntersuchungen feststellen. Die Zysten verraten die kleinen Parasiten, die es sich in der Darmschleimhaut Ihrer Katze gemütlich gemacht haben.

Dazu gibt es mehrere Methoden:

  • Immunologische Tests: Die Mediziner:innen identifizieren Bestandteile der Giardien im Katzenkot – sogenannte Kopro-Antigene.
  • Mikroskopische Untersuchung: Über ein Flotationsmedium (zum Beispiel Zinksulfatlösung) werden die Parasitenzysten aus dem Kot herausgelöst und unterm Mikroskop analysiert. Dies kann hilfreich sein, wenn man herausfinden will, um welche Art von Giardien es sich handelt, etwa um Ansteckungsrisiken abzuschätzen.

Damit diese Untersuchungsmethoden erfolgreich sind, ist es hilfreich, wenn Sie Kotproben von mehreren Tagen zur Verfügung stellen können. Ärzt:innen sprechen dabei auch von Sammelkotproben.

Denn trotz aller Genauigkeit, Wissenschaft und positiver Nachweise reicht eine einzige Probe nicht als eindeutiger Beweis für eine Giardiose bei der Katze aus. Zum einen scheiden die Tiere nicht bei jedem Stuhlgang Zysten aus: ob viele oder wenige Giardien-Zysten darin vorhanden sind, sagt daher nichts über den Befall aus. Zudem kann ein positives Kopro-Antigen-Ergebnis auch dann vorliegen, wenn die Katze nicht mehr klinisch erkrankt ist. Daher sind mehrere Proben wichtig sowie die Untersuchung des allgemeinen Gesundheitszustands Ihrer Katze.

Was kostet die Untersuchung auf Giardien bei der Katze?

Wenn viele Untersuchungen nötig sind, steigt Ihre Tierarztrechnung in die Höhe. Was Tierärzt:innen für Kotuntersuchungen wegen Parasiten in Rechnung stellen, ist in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) aufgeführt. Diese Verordnung gibt einen Rahmen in drei Gebührensätzen vor, nachdem die Veterinär:innen ihre Leistungen abrechnen. Üblich für Tierarztpraxen ist der zweifache Satz.

Kot­untersuchung (parasito­logisch)Ein­facher Gebühren­satz*Zwei­facher Gebühren­satz*Drei­facher Gebühren­satz*
Einfacher Ausstrich, inkl. Beurteilung6,41 Euro12,82 Euro19,23 Euro
Beurteilung nach Anreiche­rung, z.B. Flotations­verfahren10,90 Euro21,80 Euro32,70 Euro

* jeweils Netto-Beträge ohne Umsatzsteuer

Hinzu kommen die Kosten für die allgemeine Untersuchung sowie mögliche Blutuntersuchungen oder die Behandlungen zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes der Katze.

Insgesamt liegen die Kosten für eine Katzenkotuntersuchung wegen Giardien zwischen 35 Euro und 70 Euro.

Tipp: Nicht nur Giardien können Ihrer Katze Beschwerden verursachen, auch andere Krankheitserreger wie Würmer, Zecken oder Flöhe sorgen oft für Ärger – vor allem bei Freigänger-Katzen. Auch Verletzungen durch Unfälle oder Infektionen wie Katzenschnupfen und Katzenseuche können auftreten. Wollen Sie Ihrer Samtpfote allen Komfort und jede nötige medizinische Behandlung ermöglichen, ist eine Katzenkrankenversicherung eine sinnvolle Investition. Für einen monatlichen Beitrag übernimmt die Versicherung viele Tierarztkosten. Gut für Ihren Geldbeutel und Ihre Katze.

Tipps: Was können Sie tun, wenn Ihre Katze Giardien hat?

Ist der Verdacht auf einen Giardienbefall bestätigt, stehen den Tierärzt:innen bewährte Medikamente zur Verfügung. Zugelassene Wirkstoffe zur Behandlung von Giardien bei Katzen sind

  • Fenbendazol
  • Metronidazol

Fenbendazol ist beispielsweise in der Breitband-Wurmkur Panacur enthalten, die gegen verschiedene Würmer sowie Giardien bei Katzen und Hunden angewendet wird. Metronidazol ist ein Antibiotikum, das gegen Bakterien und Giardia-Parasiten angewendet wird (übrigens auch beim Menschen).

Wie viel und wie häufig Sie Ihrem Vierbeiner das entsprechende Medikament zufüttern, erklärt Ihnen Ihre Tierärztin beziehungsweise Ihr Tierarzt.

Üblicherweise sollte Ihre Samtpfote eine Woche lang täglich eine auf das Körpergewicht abgestimmte Dosis im Futter erhalten. Danach geht es wieder in die Tierarztpraxis und eine erneute Untersuchung erfolgt. Sind noch Erreger vorhanden, heißt es wieder: eine Woche lang Medikamente ins Katzenfutter geben.

Achtung! Das Medikament Spartrix mit dem Wirkstoff Carnidazol wird im Internet ebenfalls häufig als Arznei gegen Giardien bei Katzen angeboten. Tierärzt:innen nehmen davon jedoch Abstand, denn der Wirkstoff ist für Katzen und Hunde nicht zugelassen.

Ursachen und Ansteckungsquellen: Wie kommt die Katze zu den Giardien?

Um die Darmparasiten wieder loszuwerden, ist Ihre Geduld gefragt. Denn oft kommt es dazu, dass sich die Tiere wieder neu infizieren, die widerstandsfähigen Zysten im Kot sind schuld daran.

Auf diesen Wegen kann sich Ihre Katze mit Giardien anstecken:

  • Schnuppern oder Ablecken der Ausscheidungen von infizierten Tieren
  • Über verunreinigtes Wasser und Futter aus der Umwelt
  • Über Oberflächen, Textilien und Gegenstände, mit denen eine infizierte Katze in Berührung gekommen ist (weil sich auch darauf Zysten befinden)

Die Zysten gelangen über das Maul in den Darmtrakt der Katze. Dort entwickeln sie sich weiter zu sogenannten Trophozoiten. Dies sind Giardien im fortpflanzungsfähigen Stadium. Diese bilden die Eier (Zysten) aus und der Kreislauf beginnt von vorn.

Ist eine Übertragung der Darmparasiten vom Tier auf den Menschen möglich?

Ja, einige Typen der Giardien gelten als Zoonosen, also als Parasiten, bei denen eine Übertragung vom Tier auf den Menschen möglich ist. Allerdings sind nur kleine Kinder und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem einem ernsthaften Risiko ausgesetzt. Für gesunde Erwachsene, die sich an normale Hygieneregeln halten, besteht ein sehr geringes Ansteckungsrisiko.

Vorbeugung: Was können Sie tun, damit sich Ihre Katze nicht mit Giardien ansteckt?

Damit es nicht immer wieder zu einer Reinfektion über die Giardienzysten kommt, sollten Sie unbedingt auf Hygienestandards achten. Das gilt vor allem in der Zeit, in der die Behandlung gegen Giardien erfolgt, aber auch allgemein zur Vorbeugung gegen Ansteckungen.

Hinweis: Haben Sie mehrere Katzen in Ihrem Haushalt, sollten Sie alle Tiere gegen Giardien behandeln und auch die Hygienemaßnahmen anwenden, auch wenn nur eine Katze von den Darmparasiten befallen ist.

Die Expert:innen von ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) schlagen folgende Maßnahmen vor:

  • Kot Ihrer Katze konsequent aufsammeln und in fest verschlossenen Plastikbeuteln im Hausmüll entsorgen

  • Katzentoilette täglich mit kochendem Wasser reinigen und gut trocknen

  • Futternäpfe und Trinkschälchen täglich mit heißem Wasser auswaschen

  • Decken und andere Textilien, mit denen Ihre Katze in Berührung gekommen ist, heiß waschen (60 Grad Celsius)

  • Flächen und Gegenstände, die infiziert sein könnten, mit geeignetem Reinigungsmittel desinfizieren (Ihr:e Tierärzt:in kann Ihnen Tipps geben, welches Mittel hilft)

  • Kratzbaum gründlich reinigen

  • Händewaschen nach dem Streicheln Ihrer Katze(n)

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