Gesundheitsfonds

Wie funktioniert die gerechte Verteilung von Leistung bei den Krankenkassen?

  • Was ist der Gesundheitsfonds?
  • Wohin gehen die Gelder?
  • Wie profitieren Mitglieder?
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Das Wichtigste zum Gesundheitsfonds in der Übersicht

Über den Gesundheitsfonds werden in Deutschland die gesetzlichen Krankenkassen finanziert. In den Fonds fließen Steuergelder, aber auch die Beiträge von Arbeitgeber:innen, Arbeitnehmer:innen und vielen anderen Beitragszahler:innen.

Je nach Mitgliederstruktur der Krankenkassen werden die Gelder im Gesundheitsfonds entsprechend verteilt. Die Verteilung richtet sich unter anderem nach Alter und Krankheiten der Versicherten.

Jede Krankenkasse kann einen Zusatzbeitrag von den Versicherten erheben. Hier gibt es viel Sparpotenzial und mit einem Vergleich finden Sie eine günstige Krankenversicherung mit einem großen Leistungsumfang.

Das lesen Sie in diesem Ratgeber

Jenny Gebel - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

Der Gesundheitsfonds – was ist das eigentlich und wie funktioniert damit dir Versorgung im Krankheitsfall?

Obwohl es den Gesundheitsfonds in Deutschland bereits seit dem Jahr 2009 gibt, ist längst nicht jedem klar, worum es sich dabei eigentlich handelt. Wir wollen Licht ins Dunkel bringen und erklären nachfolgend alles Wichtige rund um den Fonds, über den gesetzliche Krankenkassen finanziert werden.

Was ist der Gesundheitsfonds?

Die Gesundheitsfonds-Erklärung ist nicht schwer zu verstehen: Eingeführt wurde der Fonds am 1. Januar 2009 mit dem Gesetz zur Stärkung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) . Es handelt sich also um ein System zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen. Geschaffen wurde der Gesundheitsfonds für eine gerechte Verteilung von Finanzmitteln an die Krankenversicherer.

Die Verwaltung übernimmt das Bundesamt für Soziale Sicherung (das frühere Bundesversicherungsamt).

Der Fonds ist eine Art gemeinsamen „Geld-Topf“, in den Versicherungsbeiträge und Zuschüsse fließen und anschließend nach gewissen Regeln wieder verteilt werden.

Schon gewusst?

Wann ein:e Arbeitnehmer:in verpflichtet ist, sich in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern und wann der Wechsel in die private Krankenversicherung möglich ist, hängt vom jährlichen Brutto-Einkommen ab. Das Zauberwort lautet dabei „Jahresarbeitsentgeltgrenze“, abgekürzt JAEG. 2021 liegt sie bei einem Jahresbruttoverdienst von 64.350 Euro.

Wer mehr verdient, erhält von der Krankenkasse eine Info. Diese Versicherten haben die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Wer sich dagegen entscheidet, bleibt weiterhin gesetzlich versichert – und zwar im Rahmen einer freiwilligen Mitgliedschaft.

Wer zahlt in den Gesundheitsfonds ein?

In den Gesundheitsfonds fließen Gelder unterschiedlicher Quellen. Dazu gehören die Beiträge der Arbeitgeber:innen, Arbeitnehmer:innen, Rentner:innen, freiwillig versicherten Selbständigen und anderer Beitragszahler:innen. Die Krankenkassen ziehen die Sozialversicherungsbeiträge zuerst ein und leiten sie dann an den gemeinsamen Gesundheitsfonds weiter.

Zu diesen Beiträgen kommt noch ein sogenannter Bundeszuschuss aus Steuermitteln. Der Zuschuss beträgt jährlich 14,5 Milliarden Euro und macht den größten Anteil des Gesundheitsetats der Bundesregierung aus. Wegen der Corona-Krise wird dieser Zuschuss 2022 einmalig um 7 Milliarden Euro erhöht.

Für alle Krankenkassen gilt ein allgemeiner Beitragssatz. Dieser liegt aktuell bei 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Wie hoch der Krankenkassenbeitrag für jedes einzelne Mitglied ist, hängt also vom Einkommen der Person ab.

Die Regierung legt die Höhe des Beitragssatzes fest. Dieser bleibt damit stabil, solange die Ausgaben der Krankenkassen mit den Finanzmitteln des Fonds zu mindestens 95 Prozent abgedeckt sind. Sollte der Gesundheitsfonds zwei Jahre lang weniger als 95 Prozent abdecken, wird dieser gesetzlich festgelegte Beitragssatz wieder angepasst.

Die Gesetzgebung sieht vor, dass der Gesundheitsfonds über eine Liquiditätsreserve verfügt, um dauerhaft eine verlässliche Finanzierung der Krankenkassen zu gewährleisten. Die Reserve greift im Falle von unterjährigen Schwankungen und muss bei mindestens 20 Prozent der durchschnittlichen monatlichen Ausgaben der Krankenkassen liegen.

Wie funktioniert die Verteilung der Gelder des Fonds?

Jeder gesetzlichen Krankenkasse wird zunächst einmal pro Versicherten ein pauschaler Betrag zugewiesen. Dies reicht aber noch nicht aus, um alle Krankenkassen gerecht zu finanzieren. Daher kommen zum Pauschalbetrag noch Zu- oder Abschläge je nach Alter, Geschlecht und Krankheit der Mitglieder. Dies geschieht auf Grundlage des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA).

Morbi-RSA: für mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung

Die Versichertenstruktur der deutschen gesetzlichen Krankenkassen ist sehr unterschiedlich. Einige von ihnen haben mehr ältere und dauerhaft kranke Menschen – oder solche mit niedrigem Einkommen, während andere Versicherungsträger viel mehr gesunde, junge und/oder gut verdienende Mitglieder:innen haben.

Krankenkassen, die durch ihre Mitgliederstruktur höhere Ausgaben haben, bekommen mehr Finanzmittel aus dem Gesundheitsfonds. So wird sichergestellt, dass diese Krankenversicherer keinen Wettbewerbsnachteil haben. Dieses System wird als Risikostrukturausgleich bezeichnet.

Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz

Dieses Gesetz, das seit dem Jahr 2021 in Kraft ist, dient dazu, den Risikostrukturausgleich noch genauer und zielgerichteter zu gestalten. So werden bei der Verteilung der Mittel aus dem Gesundheitsfonds alle Krankheitsbilder berücksichtigt ebenso wie regionale Unterschiede bei den Ausgaben.

Außerdem gibt es einen Risikopool, aus dem Mittel für besonders aufwändige Leistungsfälle gezahlt werden. Zudem beinhaltet das Gesetz eine Einführung der Vorsorgepauschale, mit der Vorsorge und Früherkennung gefördert werden.

Wie profitieren Krankenkassen vom Gesundheitsfonds?

Für die gesetzlichen Krankenkassen bringen die Gelder aus dem Fonds diverse Vorteile. So bekommen sie jährliche Finanzmittel, mit denen sie fest planen können. Außerdem müssen sie keine untragbaren Kosten befürchten, wenn viele ihrer Mitglieder:innen regelmäßige hohe Ausgaben verursachen und/oder einkommensschwach sind.

Es werden allerdings auch kritische Stimmen laut, die bemängeln, dass einige Krankenkassen mehr Mittel aus dem Gesundheitsfonds bekommen als ihnen zustehen. Außerdem bergen die Regelungen rund um den Risikostrukturausgleich auch die Gefahr der Einflussnahme der Krankenkassen auf Ärzte und Ärztinnen hinsichtlich ihrer Diagnosen. Denn manche Erkrankungen werden deutlich besser bezuschusst als andere.

Kassenindividueller Zusatzbeitrag: ein Kündigungsgrund?

Abseits der Zuschüsse aus dem Gesundheitsfonds können Krankenkassen einen Zusatzbeitrag von den Versicherten fordern. Dieser Beitrag ist kassenindividuell und abhängig vom Einkommen der Krankenkassenmitglieder. Die Höhe des Zusatzbeitrags hängt von der finanziellen Lage des Versicherungsunternehmens ab und kann jederzeit angepasst werden. Ein kleiner Überblick gefällig? Nachfolgend finden Sie die Zusatzbeiträge der zehn mitgliederstärksten Krankenkassen im Jahr 2021:

Zusatzbeiträge & Gesamtbeitragssätze der zehn größten Krankenkassen

  • Techniker (TK) 1,2 %
  • BARMER 1,5 %
  • DAK Gesundheit 1,5 %
  • AOK Bayern 1,1 %
  • AOK Baden-Würtemberg 1,1 %
  • AOK PLUS 1,2 %
  • IKK classic 1,3 %
  • AOK Rheinland/Hamburg 1,1 %
  • AOK Nordwest 1,3 %
  • AOK Niedersachsen 1,3 %

Wie Sie sehen, kann es beim Zusatzbeitrag der Krankenkassen teils deutliche Unterschiede geben.

Würden Sie jetzt die Zusatzbeiträge aller Krankenkassen vergleichen, dann würden Sie sehen, dass der Wert 2021 zwischen 0,35 und 2,7 Prozent liegt. Bei einem Einkommen von 3.000 Euro wären das zwischen 10,50 Euro (0,35 % ) und 81 Euro (2,7 % ) im Monat. Ein guter Grund also, sich über Sparmöglichkeiten zu informieren.

Im Durchschnitt liegt der Zusatzbeitrag aktuell 1,3 Prozent.

Sven Lückerath
Unser Experte für Krankenversicherungen
Sven Lueckerath Experte für Versicherungen bei Comfortplan

“Sie können Ihre Krankenkasse nur dann wechseln, wenn Sie dort mindestens zwölf Monate lang versichert waren. Eine Ausnahme stellt das Sonderkündigungsrecht dar. Darauf können Sie sich berufen, wenn die Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht. In diesem Fall steht es Ihnen frei, sich nach einer neuen Krankenversicherung umzusehen.”

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Sven Lückerath
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Kommt es Ihnen vor allem auf die Kostenersparnis an, behalten Sie die Zusatzbeiträge im Blick. Geht es Ihnen eher um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, dann sollten Sie sich vor allem das Angebot an Bonusprogrammen oder Zusatzleistungen der Krankenkassen besonders aufmerksam anschauen. So oder so: Mit unserer Hilfe gestaltet sich die Suche besonders effektiv und zeitsparend.

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