Anwaltsschreiben Post von der Kanzlei: Verleihen Sie Ihrem Anliegen mehr Nachdruck!

  • Was Sie über Anwalts­schreiben wissen sollten
  • Welche Kosten kommen auf Sie zu?
  • Welche anderen Hilfen gibt es?
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Jenny Gebel - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

Gleich ins Thema Anwaltsschreiben einsteigen – Inhaltsverzeichnis

Anwaltsschreiben – Wann lohnt sich ein solcher Auftrag?

Haben Sie jemals unerwartet den Brief einer Rechtsanwaltskanzlei im Briefkasten gefunden? Einen kleinen Schreck löst dies sicher aus. Denn eine juristische Streiterei will niemand gern riskieren.

Ein Anwaltsschreiben verleiht einer Forderung mehr Nachdruck. Ist darin eine Frist angegeben, sollte die Empfängerin oder der Empfänger des Schreibens umgehend reagieren, da ansonsten rechtliche Konsequenzen folgen. Und diese sind in der Regel teuer.

Wann aber lohnt es sich für Sie, eine Anwältin oder einen Anwalt damit zu beauftragen, ein Schreiben zu erstellen?

Diese Maßnahme kann sinnvoll sein, wenn Sie auf Ihre Anfragen keine Reaktion von dem jeweiligen Gegenüber erhalten. Stellen Sie sich vor, Sie haben von Ihrer Hausverwaltung einen Brief mit einer Zahlungsaufforderung wegen Mietrückstand erhalten und wollen dieser Forderung widersprechen. Ihre Versuche, die Sache zu klären, laufen ins Leere. Dann kann der Brief einer Anwaltskanzlei zur schnellen Lösung dieser Angelegenheit beitragen.

Anderes Beispiel: Jemand schuldet Ihnen 2.000 Euro. Die Adresse der Person stimmt jedoch mittlerweile nicht mehr. Auch hier können Sie eine:n Anwält:in beauftragen, die neue Anschrift zu ermitteln und das Mahnungsschreiben zu verfassen und zu senden.

Anwaltsbriefe können Reaktionen sein bei Abmahnungen, Kündigungen, Mahnungen, Zahlungsaufforderungen, festgefahrenen Konfliktsituationen oder auch die Kommunikation, die nötig ist, um einen Gerichtsprozess voranzutreiben. Dann geht es um Anfragen von Daten, Bitte um Kopien und ähnliche Verwaltungsanfragen.

Prozesskosten
Warum ist ein Gerichtsprozess so teuer?

In der Rubrik „Wissen“ finden Sie Infos, Tipps und Ratgeber aus verschiedenen Bereichen des Alltags, in denen auch Schutz, Absicherung und Finanzen eine Rolle spielen.

Zum Beitrag

Kosten: Wie viel kostet ein Anwaltsschreiben?

Für die Kostenabrechnung stehen Anwält:innen zwei Möglichkeiten zur Wahl:

Honorarvereinbarung

Bei dieser Variante vereinbaren Sie für das Verfassen und Versenden des Briefes einen festen Betrag oder einen bestimmten Stundensatz.

Bezahlung nach Rechtsanwalts­vergütungsgesetz (RVG)

Für die Abrechnung nach RVG sind mehrere Angaben nötig: Streitwert, Gebühr für den Streitwert sowie Geschäftsgebühr.

Die Honorarvereinbarung ist schnell getroffen. Mit Ihrer Anwältin oder Ihrem Anwalt einigen Sie sich auf ein Honorar für die Dienstleistung, entweder als Gesamtbetrag oder als Stundensatz. Ein Nachteil: Die Anwaltskosten können deutlich über den Vorgaben aus dem RVG liegen.

Für die Abrechnung nach gesetzlichen Regelungen sind mehrere Zahlenangaben nötig, um die Höhe der Kosten zu ermitteln. Der Streitwert (auch Gegenstandswert) spielt eine entscheidende Rolle. Dies ist eine Euro-Summe, die den Streitfall als Geldwert abbildet.

Nehmen wir dafür ein Zahlenbeispiel: Angenommen es geht um den Widerspruch zu einer Mieterhöhung von 200 Euro pro Monat. Der Streitwert ist in diesem Fall der Jahresbetrag dieser Summe, also (200 x 12) 2.400 Euro.

Zum RVG gehört eine Gebührentabelle zur Ermittlung der Anwaltskosten. Laut dieser Übersicht belaufen sich die Gebühren für einen Gegenstandswert von 2.400 Euro bei 222 Euro.

Die Geschäftsgebühr für Anwält:innen wird fällig, sobald Ihre Anwältin oder Ihr Anwalt für Sie außergerichtlich tätig wird und etwa einen Brief aufsetzt und absendet. Das RVG regelt die Vergütung, indem es dafür einen Kostenrahmen über bestimmte Gebührensätze vorgibt. Diese liegen zwischen dem 0,5 und 2,5. Normalerweise rechnen Anwält:innen mit dem Mittelwert von 1,3 ab. Verlangen sie mehr für ihre Tätigkeit, müssen sie dies mit ihren Mandant:innen vorher abstimmen.

Um die Geschäftsgebühr für ein einfaches Anschreiben zu ermitteln, rechnen wir also 222 Euro x 1,3 und erhalten den Betrag 288,60 Euro.

Hinzu kommen noch Postpauschale von 20 Euro für alle Auslagen wie Briefpapier und Porto sowie die Mehrwertsteuer von 19 Prozent.

Kostenbeispiel noch einmal in Übersicht: Was kostet ein Anwaltsschreiben?

  • Streitwert: 2.400 Euro
  • Gebühr für Streitwert nach RVG: 222 Euro
GebührPreis in Euro
Geschäftsgebühr (1,3 x 222 Euro)288,60 Euro
Postpauschale20,00 Euro
Mehrwertsteuer58,63 Euro
Gesamtsumme367,23 Euro

Rund 370 Euro kostet es also, wenn Sie sich anwaltliche Unterstützung heranholen, um den Widerspruch zur Mieterhöhung rechtskräftig durchzusetzen. Wenn Sie den Streitwert kennen, können Sie die ungefähren Kosten für ein Anwaltsschreiben schnell über einen Online-Prozesskostenrechner ermitteln.

Tipp: Es ist nicht immer nötig, dass ein:e Rechtsanwält:in den Brief verfasst. Wie man sieht, kann dies im Verhältnis zum Streitwert am Ende ganz schön teuer werden. Manchmal hilft es auch, wenn Sie eine anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen. Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, erhalten Sie diesen Service zum Teil kostenlos dazu. Bei diesem Termin informieren Sie sich, was in so einen Brief gehört. Dann können Sie diesen Schritt selbst erledigen. Nur auf die mahnende Wirkung, die ein Briefkopf mit einer Anwaltsadresse auslösen kann, müssen Sie dann verzichten.

Ab wann entstehen die Geschäftsgebühren und damit die Kosten für Sie?

Die allgemeine Regelung lautet, dass die Gebühren aufkommen, sobald eine Anwältin oder ein Anwalt für Sie tätig wird und Sie nach außen vertritt. Schon das Einholen von Informationen gehört zum Geschäft dazu und wird bei den Gebühren abgerechnet, etwa der Anruf zur Nachfrage der aktuellen Anschrift.

Hinweis: Anwält:innen haben nach Paragraph 9 des RVG das Recht, einen Vorschuss zu verlangen. Dieser richtet sich nach den voraussichtlichen Gebühren und Auslagen. Die Zahlung können sie bereits mit Aufnahme des Auftrags verlangen.

Wie hilft Ihnen eine Rechtsschutzversicherung in diesen Fällen weiter?

Sind Sie versichert, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Versicherung Ihre Kosten für das Anwaltsschreiben übernimmt. Viele Versicherer bieten darüber hinaus Serviceleistungen wie eine kostenlose Rechtsberatung an. So können Sie sich im Voraus über Ihre rechtliche Lage beraten lassen und sich Infos holen, um die Angelegenheit selbst zu klären und um ein eigenes Anschreiben zu verfassen.

Wenn Sie sich danach dafür entscheiden, von Ihrer Rechtsanwältin oder Ihrem Rechtsanwalt ein rechtskräftiges Schreiben aufsetzen zu lassen, sollten Sie vor dem Auftrag mit Ihrer Rechtsschutzversicherung sprechen. Erklären Sie den Sachverhalt und die Empfehlungen aus der Rechtsberatung und erbitten Sie eine Deckungszusage. Denken Sie jedoch auch an mögliche Selbstkostenanteile. Das kann bedeuten, dass Sie einen Teil der Kosten für das Anwaltsanschreiben selbst bezahlen müssen.

Sind Sie noch auf der Suche nach einer passenden Rechtsschutzversicherung, die Sie in vielen Rechtsbereichen unterstützt, dann hilft Ihnen unser Online-Tarif-Vergleich dabei, das für Sie beste Versicherungsangebot zu finden.

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