Möglichkeiten der Altersvorsorge Sparen für den angenehmen Lebensabend: Diese Auswahl haben Sie

  • Staatliche Förderung für die Altersvorsorge nutzen
  • Auf Nummer sicher gehen mit Lebensversicherungen
  • Mit Haus, Wohnung oder Aktien den Lebensabend sichern
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Jenny Gebel - Redakteurin bei Comfortplan (Finanzen Group)

Gleich einsteigen ins Thema Möglichkeiten für die Altersvorsorge – Inhaltsverzeichnis

Am besten sofort! – Warum es sich lohnt, früh mit der Vorsorge anzufangen

Inzwischen ist es leider eine allgemein anerkannte Wahrheit: Die gesetzliche Rente reicht nicht mehr aus, um den Lebensstandard im Alter zu sichern.

Es gibt mehrere Ursachen, weshalb der Generationenvertrag, auf dem das deutsche Rentensystem fusst, ins Wanken gerät. Ein Grund für die niedrigen Renten ist das sinkende Rentenniveau. Zurzeit liegt es bei rund 48 Prozent. Das bedeutet: Ein Durchschnittsverdiener, der 45 Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, erhält eine Rente, die 48 Prozent des Lohnes entspricht, den ein Beitragszahler in dieser Zeit verdient. Die Rente ist also deutlich niedriger als das Erwerbsgehalt.

Es ist zwar nicht eins zu eins dasselbe, aber die Vorstellung hilft besser auf die Sprünge: Die gesetzliche Rente, von der Sie nach Ihrem Erwerbsleben Ihren Alltag bestreiten müssen, wird nur etwa halb so hoch sein wie Ihr Gehalt.

Verdienen Sie beispielsweise heute 3.000 Euro brutto pro Monat, dann müssen Sie im Alter mit weniger als 1.500 Euro Rente klarkommen. Oder werfen Sie einen Blick auf Ihre jährliche Renteninformation. Dort sehen Sie schwarz auf weiß, wie es finanziell um Ihre Zukunft bestellt ist, wenn Sie sich nur auf die gesetzliche Rente verlassen.

Expert:innen für die Altersvorsorge empfehlen, dass die Einnahmen, die Sie als Rentner:in brauchen, um Ihren Lebensstandard zu halten, etwa 70 bis 80 Prozent des letzten Einkommens sein sollten. Es klafft also eine deutliche Lücke zwischen der gesetzlichen Rente und dem, was Sie benötigen, um sorgenfrei zu leben – die Rentenlücke.

Wegen dieser Aussichten ist es wichtig, dass Sie Ihre Finanzen am besten sofort in die Hand nehmen und Vorsorgepläne entwickeln und umsetzen.

Je früher Sie damit beginnen, umso weniger Geld müssen Sie im Monat dafür aufwenden. Auch Zinsen und Renditen können Sie zu Ihrem Vorteil beim langfristigen Sparen nutzen.

Aber das ist leichter gesagt als getan. Wir wissen, dass schon die Beschäftigung mit der Frage „Reicht meine Rente, um meinen Lebensstandard zu sichern?“ nicht gerade auf großen Zuspruch stößt. Wenn Sie die Möglichkeiten für die Altersvorsorge kennen, sind Sie schon einen Schritt weiter. Ein kurzer Blick auf das System der Altersvorsorge in Deutschland hilft Ihnen bei der Orientierung

Das 3-Säulen-Modell der Altersvorsorge

Diese vereinfachte Übersicht zeigt, welche Möglichkeiten der Altersvorsorge es in Deutschland gibt.

Erste SäuleZweite SäuleDritte Säule
Gesetz­liche Renten­versiche­rungDirekt­versich­erungPrivate Altersvorsorge wie die Riester-Rente, Rürup-Rente und private Renten­versiche­rung (klassisch und fondsgebunden)
Alters­sicherung der Land­wirt:­innenPensions­fondsImmobilien
Beamten­- und Soldaten­versorgungDirekt­zusageAktien
Berufs­ständische Versor­gungs­werkePensions­kasseBargeld
Unter­stützungs­kasse

Daneben hat sich mittlerweile auch ein Drei-Schichten-Modell etabliert:

  • Basisvorsorge (Gesetzliche Rente, berufsständische Versorgungswerke, Rürup-Rente)
  • Kapitalgedeckte Zusatzversorgung (Betriebsrente, Riester-Rente)
  • Private Vorsorge (Lebensversicherungen, Fondssparen, private Rentenversicherungen, Immobilien)

Die alles tragende Basis für Arbeitnehmer:innen ist darin die gesetzliche Rente. Die Säulen oder die Schichten Zwei und Drei sind verschiedene Möglichkeiten, um zu diese Basisversorgung zu ergänzen.

Sie haben die Wahl zwischen diesen Optionen:

  • Altersvorsorgeverträge mit staatlicher Förderung
  • Private Geldanlage
  • Flexibles Sparen
  • Immobilien
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In der Rubrik „Wissen“ finden Sie InfosTipps und Ratgeber aus verschiedenen Bereichen des Alltags, in denen auch Schutz, Absicherung und Finanzen eine Rolle spielen.

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Hier gibt’s Geld vom Staat: Altersvorsorge mit Förderung

Dass eine zusätzliche Altersvorsorge neben der gesetzlichen Rente nötig ist, weiß auch die Politik. Daher fördert der Staat mehrere Vorsorge-Formen mit Zulagen oder Steuervorteilen. Dazu gehören

Die Riester-Rente

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Die Rürup-Rente

Die Riester-Rente

Die Riester-Rente fördert der Staat gleich zweifach: Steuerlich und mit Zulagen. Um riestern zu können, müssen Sie in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Eine wichtige Bedingung, damit Sie die volle staatliche Zulage von 175 Euro pro Jahr erhalten, ist dies: Sie müssen vier Prozent Ihres Jahreseinkommens aus dem Vorjahr in den Vertrag investieren.

Haben Sie Kinder? Dann zahlt der Staat für jedes Kind (ab 2008 geboren) noch einmal 300 Euro dazu. Alle Beiträge für diese Form der Altersvorsorge können Sie steuerlich geltend machen. Im Rentenalter erhalten Sie aus dieser Absicherung lebenslang eine monatliche Zusatzrente ausgezahlt.

Lohnt sich riestern noch?

Das klingt sehr vielversprechend. Woher kommt dann das Image-Problem der Riester-Rente? Denn sie ist nicht gerade die Vorsorge, die Finanzexpert:innen ihren Kunden empfehlen.

Im Rahmen des Projektes „15 Jahre Riester-Rente“ stellte Michael Huber vom Vermögenszentrum (VZ) seine Erklärung dafür vor: „Die Idee, die gesetzliche Rente durch eine kapitalgedeckte, staatlich geförderte Altersvorsorge zu ergänzen, ist absolut richtig und zu begrüßen. Eine solche Anlage ist grundsätzlich für jeden interessant. Die Umsetzung in Form der Riester-Rente halte ich allerdings nicht für besonders gelungen. Zu teuer, zu kompliziert, zu unflexibel.

Diese kritische Sicht teilt auch Markus Kurth, Politiker und Sprecher für Rentenpolitik bei den Grünen. Auch er stand für das Projekt zum 15-jährigen Jubiläum der Riester-Rente in einem Interview Rede und Antwort. Die Funktion der geförderten privaten Altersvorsorge sei es gewesen, das Absinken des Rentenniveaus auszugleichen. Dies schafft der teure und intransparente Riester-Vertrag jedoch nicht. Trotzdem habe diese Form des Sparens für einige Personengruppen auch Vorteile. Die Zulagen spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Dennoch werde die Riester-Rente seiner Meinung nach immer mehr auf das „rentenpolitische Abstellgleis“ geschoben. Eine Alternative sieht er in der Stärkung der betrieblichen Altersversorgung.

„Individuell gesehen mag die Riester-Rente durchaus attraktiv sein – vorausgesetzt die Sparerin oder der Sparer ist glücklich genug, den richtigen Vertrag zu erwischen. Besonders für Eltern mit mehreren Kindern lohnt sich die Riester-Rente dann aufgrund der Kinderzulagen durchaus.“

Markus Kurth, Grüne Interview für das Projekt „15 Jahre Riester-Rente“

Die betriebliche Altersvorsorge

Seit 2002 haben Sie als Angestellte:r einen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge. Die Vorsorge erfolgt über die sogenannte Entgeltumwandlung. Arbeitnehmer:innen zahlen einen Teil ihres Bruttogehaltes in den Vertrag der Betriebsrente ein. Auf diesen Teil müssen sie somit keine Steuern und keine Sozialabgaben leisten. Arbeitgeber:innen geben seit 2019 einen Zuschuss von 15 Prozent.

Ihr zu versteuerndes Bruttoeinkommen wird durch die Zahlung in den Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge geringer. Dies wirkt sich auf Ihre gesetzliche Rente aus. Unser Tipp: Lassen Sie im Vorfeld noch einmal prüfen, ob sich aus dem Vertrag für keine Nachteile ergeben und Sie womöglich am falschen Ende sparen. Nutzen Sie dafür gerne das Wissen unserer Expert:innen für betriebliche Altersvorsorge. In einem persönlichen Gespräch lassen sich solche Fragen schnell beantworten.

Die Rürup-Rente

Selbstständige und Freiberufler:innen sind meist nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung abgesichert. Damit ist ihnen der Weg zu den oben genannten geförderten Altersvorsorge-Formen versperrt. Dies ändert die Rürup-Rente: Sie richtet sich vor allem an Selbstständige. Steuervergünstigungen sind ihr Pluspunkt. Ab 2025 sind 100 Prozent der einzahlbaren Höchstsumme steuerlich absetzbar. Dieser Höchstbetrag wird jährlich angepasst. Ab 2022 liegt er bei

Euro

Bei dieser Summe ist es kein Wunder, dass nicht nur Selbstständige, sondern auch viele Gutverdienende sich für diese geförderte Altersvorsorge interessieren.

Ein Nachteil der staatlich geförderten Möglichkeiten zur Altersvorsorge ist ihre mangelnde Flexibilität bei der Auszahlung. Sie erhalten immer eine lebenslange, monatliche Rente. Dabei greift die nachgelagerte Besteuerung. Das heißt: Die Rentenauszahlung wird besteuert. Ein Lichtblick: Die Höhe richtet sich nach dem Steuersatz, den Sie im Seniorenalter haben werden. Dieser ist niedriger als im Berufsleben.

Wünschen Sie sich jedoch mehr Flexibilität, dann sind vielleicht die privaten Altersvorsorgen ohne Förderung attraktiv für Sie.

Private Altersvorsorge ohne Förderung

Bei den Möglichkeiten der Altersvorsorge ohne staatliche Förderung können Sie Ihre Beiträge nicht von der Steuer absetzen. Dafür gibt es in der Auszahlungsphase Vorteile. So wird nicht die gesamte Rentenzahlung besteuert, sondern nur die Erträge, also ein weitaus kleinerer Teil. Außerdem können Sie sich bei einigen Produkten, zum Beispiel bei der Lebensversicherung, auch eine größere Summe auszahlen lassen, um sich damit im besten Alter einen Lebenstraum zu finanzieren.

Für diese Form der Altersvorsorge haben Sie die Auswahl aus mehreren Varianten:

Weitere Formen der Altersvorsorge

Es muss nicht immer nur eine Versicherung sein. Eine Vorsorge der besonderen Art sind Immobilien wie Eigenheim oder Eigentumswohnung. Die Vorstellung, im Alter mietfrei zu leben, gefällt vielen Deutschen. Bis dahin ist jedoch einiges an Geld zu investieren.

Falls ein Kredit zur Finanzierung der Traum-Immobilie half, sollten Sie diesen bis zu Ihrem Renteneintritt abbezahlt haben. Ansonsten wird es finanziell eng. Oder Sie werden Vermieter:in und erhalten dadurch monatlich zusätzliche Einnahmen. Diese Form der Altersvorsorge kann sich lohnen, wenn Sie gut vorausplanen.

In Aktien-Indexfonds (ETF) investieren

Mit geringen monatlichen Beiträgen und viel Laufzeit bauen Sie sich mit Fondssparplänen über die Jahre hinweg ein kleines Vermögen auf, dass Ihnen im Seniorenalter zugutekommt. Durch Investition in Aktien-Indexfonds funktioniert der Wertpapierkauf fast automatisch und ohne viel Zeitaufwand.

Der Vorteil: Sie sind flexibel und können die Beträge zur Einzahlung anpassen, je nach Ihrer finanziellen Situation. Ein bisschen Wissen gehört jedoch dazu, also sollten Sie auch Zeit zum Lesen und Informieren über diese Anlageformen investieren. Und auch ein langer Atem ist nötig, denn diese Geldanlage zahlt sich langfristig aus. Steuervorteile gibt es bei dieser Altersvorsorge jedoch nicht.

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