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Die Betriebliche Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist eine wichtige Säule der Altersversorgung. Arbeitnehmer profitieren während ihres Berufslebens von niedrigeren Steuern und Sozialabgaben, die Arbeitgeber von einer engeren Bindung ihrer Mitarbeiter an das Unternehmen.

Die Bundesregierung hat mit der 2018 in Kraft getretenen Betriebsrentenreform (Betriebsrentenstärkungsgesetz) dafür gesorgt, dass die betriebliche Altersversorgung noch lukrativer wird, für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Geringverdiener können stärker profitieren, zugleich sinkt das Rücklage-Risiko für die Arbeitgeber. Ziel der gesetzlichen Maßnahmen ist es, den Anteil der Betriebsrenten zu erhöhen - derzeit haben sechs von zehn Arbeitnehmern einen entsprechenden Vertrag.

Auf eine betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung besteht seit 2002 ein gesetzlicher Anspruch. Jeder Arbeitnehmer, der in der Rentenversicherung pflichtversichert ist, kann diesen geltend machen. Die Kosten für die Versicherung trägt bei der Entgeltumwandlung der Arbeitnehmer, also der Versicherte selbst. Zuzahlungen des Arbeitgebers erfolgen freiwillig.


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Wie funktioniert die betriebliche Altersvorsorge?

Der Arbeitnehmer kann einen bestimmten Anteil seines Bruttolohns und der Sonderzahlungen, zum Beispiel des Weihnachtsgeldes, direkt vom Lohn in die Altersvorsorge stecken (2017 waren es bis zu 254 Euro monatlich, wobei inklusive Freibetrag bis zu 4.848 Euro im Jahr steuerfrei bleiben). Das geschieht meist über eine Direktversicherung. Über die Form der Anlage entscheidet jedoch der Arbeitgeber. Das ist auch für die Arbeitnehmer von Vorteil, denn sie profitieren über den Abschluss mehrerer Versicherungen durch hohe Rabatte.

Da der Versicherungsbeitrag vom Bruttolohn abgezogen wird, sinkt das zu versteuernde Gehalt. Die Renten-Investition wirkt damit steuersenkend. Auch der Betrag für die Kranken- und Pflegekasse sowie die Rentenversicherung sinkt. Letzteres sorgt immer wieder für Kritik, da mit dem Aufbau der betrieblichen Rente die Höhe der gesetzlichen Rente gedrückt wird.

Für den Arbeitgeber ergibt sich aus der betrieblichen Altersversorgung nicht nur eine engere Bindung der Mitarbeiter an sein Unternehmen, er spart in den meisten Fällen auch bei den Lohnnebenkosten. Viele Unternehmer nutzen diese Gelder, um die Einzahlung für den Mitarbeiter freiwillig aufzustocken. Üblich sind Zuzahlungen von rund 20 Prozent des Einzahlbetrages, aber auch deutlich mehr. (Ab 2022 soll laut Betriebsrentenstärkungsgesetz eine Zuzahlung von 15 Prozent gesetzlich vorgeschrieben werden.) Hier profitiert der Arbeitnehmer in finanzieller Hinsicht also doppelt, womit sich die betriebliche Altersvorsoge also nicht nur im Hinblick auf die Steuer lohnt.

Die Versicherung wird im Rentenalter meist monatlich ausgeschüttet, kann jedoch auch als Einmalbetrag gezahlt werden. Der auszuzahlende Betrag ist allerdings zu versteuern. Auch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind dann zu entrichten, aufgrund der niedrigeren Rente im Vergleich zum Lohn allerdings in geringerer Höhe.

Hinweis für Arbeitgeber:

Aufgrund der "Zielrente" müssen künftig keine Rückstellungen für die Renten der Mitarbeiter mehr gebildet werden. Bei Geringverdienern (bis 2.200 Euro monatlich) legt der Staat auf Einzahlungsbeträge des Arbeitgebers ab 240 und bis 480 Euro pro Kalenderjahr noch einmal 30 Prozent drauf (Lohnsteuerverrechnung).

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Vorteile einer betrieblichen Altersvorsorge
  • Ersparnis bei der Steuer
  • Niedrigere Beträge für die Kranken- und Pflegeversicherung
  • Verbesserte Absicherung für das Rentenalter und bei Invalidität
  • Verbesserte Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall
  • Gegebenenfalls höhere Rente durch Zuzahlung des Arbeitgebers
Nachteile einer betrieblichen Altersvorsorge
  • Einbußen bei der gesetzlichen Rente
  • Sozialabgaben und Steuern auf die bAV bei Auszahlung
  • Keine Garantie für die Höhe der Betriebsrente

Für wen ist die Direktversicherung als betriebliche Altersvorsorge geeignet?

Der Abschluss einer Direktversicherung erfordert keinen bürokratischen Aufwand und ist einfach umzusetzen. Zahlt der Arbeitgeber etwas dazu, rechnet sich die Direktversicherung für den Arbeitnehmer immer.

Bei einem häufigen Wechsel des Arbeitgebers können auch andere Formen der betrieblichen Altersversorgung von Vorteil sein - aber auch eine Direktversicherung lässt sich übertragen oder mit reduzierter Beitragspflicht privat weiterführen.

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