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  • So kann man von gesetzlich nach privat wechseln
  • Kurze Fristen
  • Für Besserverdiener oder Selbstständige

Private Krankenkassen: Alternative zur gesetzlichen Versicherung

Auch wenn im täglichen Sprachgebrauch häufig die Bezeichnung "private Krankenkassen" verwendet wird: gemeint sind private Krankenversicherungen, die als Alternative oder Zusatzversicherung neben den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden.

Allianz, Axa, DKV, Barmenia, Hanse Merkur (so die Testsieger bei FOCUS MONEY 2016) - Private Krankenversicherungen werden von Unternehmen der Privatwirtschaft angeboten. Sie unterscheiden sich in rechtlicher und organisatorischer Hinsicht von den staatlichen Krankenkassen. Mit einem guten Einkommen haben Sie die Möglichkeit, sich zwischen dem gesetzlichen Krankenversicherungssystem und der privaten Absicherung im Krankheits- oder Pflegefall zu entscheiden. 2017 waren hierzulande rund 8,8 Millionen Menschen bei einer privaten Krankenkasse vollversichert.

Wenn Sie Arbeitnehmer sind und Ihr Jahreseinkommen über der so genannten Beitragsbemessungsgrenze von 59.400 Euro (Stand: 2018) liegt, können Sie über die Vollversicherung in einer privaten Krankenkasse nachdenken. Für Selbständige, Freiberufler, Beamte und Studenten ist es einkommensunabhängig möglich, sich privat krankenversichern zu lassen.

Unterschiede zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung

Kosten

Anders als bei den gesetzlichen Krankenkassen, die bei allen Mitgliedern den gleichen festgelegten Beitragssatz von Bruttoeinkommen berechnen, richten sich die Kosten in der privaten Krankenkasse unabhängig vom Einkommen nach Beruf, Alter und Gesundheitszustand des Versicherten. Der Arbeitgeber übernimmt bei Angestellten ebenso wie bei den gesetzlichen Kassen die Hälfte der Versicherungsprämie - jedoch nur bis zum höchsten Satz einer gesetzlichen Versicherung, zurzeit etwa 323 Euro (Stand 2018).

Leistungen

Die gesetzlich vorgeschriebene Regelversorgung sichert nur eine eingeschränkte Wahl von Arzt und Krankenhaus zu, die Unterbringung in Mehrbettzimmern ist üblich. Demgegenüber bietet eine private Krankenkasse je nach dem gewählten Tarif eine große Bandbreite vom Basisschutz bis zum Topschutz. Hierbei bekommen die Versicherten deutlich bessere Leistungen. Zu nennen wären:

  • Freie Arztwahl
  • Chefarztbehandlung
  • Einzelzimmer
  • Kurze Wartezeiten
  • Neueste Behandlungsmethoden
  • Erstattung der Kosten für Zahnersatz und Sehhilfen

Wussten Sie schon!

Der Basistarif der privaten Krankenkassen orientiert sich an den Leistungen der gesetzlichen Kassen.


Wann ist der Wechsel von der gesetzlichen in eine private Krankenkasse zu empfehlen?

Gutverdienern sichert eine private Krankenkasse beste gesundheitliche Versorgung und den Zugang zur Spitzenmedizin. Aber Sie sollten genau kalkulieren, ob Sie die Beiträge auch langfristig zahlen können. Besonders empfehlenswert ist der Wechsel in eine Privatversicherung vor dem 35. Lebensjahr.

Die Entscheidung für eine private Krankenversicherung will gut überlegt sein, weil sie nur schwer beziehungsweise mit finanziellen Verlusten rückgängig zu machen ist. Selbst wenn ein anderes Unternehmen bessere Konditionen anbietet, ist ein Wechsel oft nicht empfehlenswert. Denn damit würden die angesparten Altersrückstellungen zumindest teilweise verlorengehen. Daher ist meist nur ein anbieterinterner Tarifwechsel wirtschaftlich günstig.

Für wen lohnt der Wechsel?

Je früher Sie einen Vertrag mit einem privaten Krankenversicherer abschließen, desto mehr an sogenannten Altersrückstellungen können als Polster gebildet werden. Ein gutes und stabiles Einkommen ist die Grundvoraussetzung.

Besonders von Vorteil ist es, die Möglichkeiten der privaten Versicherung hinsichtlich eines individuell zusammengestellten Tarifs zu nutzen. Nehmen Sie sich Zeit für eine überlegte Auswahl der Leistungen. Einerseits gilt, dass es keine Kürzungen der vereinbarten Punkte geben wird. Andererseits wird aber auch nichts bezahlt, was nicht vereinbart wurde. Das betrifft zum Beispiel:

  • Physiotherapien
  • Behandlungen der Familienplanung
  • Medikamente und Heilmittel
  • Impfungen
  • Vorsorgeuntersuchungen
  • alternative Behandlungsmethoden

Keine Familienversicherung!

Private Krankenkassen bieten keine mit den gesetzlichen Krankenversicherungen vergleichbare Familienversicherung an. Das bedeutet, dass jedes Familienmitglied - Kinder und Ehepartner - extra versichert werden muss.


Wie funktioniert der Umstieg?

Als Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse ist nach Ihrer Kündigung der Wechsel zum Ende des übernächsten Monates möglich. Voraussetzung: Sie sollten vorher mindestens eineinhalb Jahre bei der Kasse versichert gewesen sein, sonst wird ein Zusatzbeitrag fällig.

Bei der privaten Krankenkasse müssen vor Vertragsabschluss Fragen zur Gesundheit beantwortet werden. Antworten Sie unvollständig oder falsch, ist der Versicherer nicht an den Vertrag gebunden.

Werden von Ihrem derzeitigen Versicherer die Beiträge erhöht, ist eine fristlose Kündigung erlaubt.

Generell ist es ratsam, sich vorab über die Kündigungsmodalitäten und eventuellen Wartezeiten zu informieren, um doppelte Beitragszahlungen oder Zeiten ohne Gesundheitsschutz zu vermeiden. Kündigen Sie erst, wenn der neue Vertrag steht und der Versicherer den Wechsel bestätigt hat.

Alternative Variante: Kombination von gesetzlicher Krankenversicherung und Krankenzusatzversicherung

Sie können statt einer privaten Krankenkasse auch in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben und dazu eine private Krankenzusatzversicherungen als Ergänzung abschließen. Damit lassen sich Kosten etwa für Zahnersatzbehandlungen oder die Konditionen von Krankenhausaufenthalten regeln, ohne komplett aus dem Solidarsystem der gesetzlichen Kassen auszusteigen.