Expertentipps für den Hausbau - So klappt´s mit dem Traumhaus

  • Stolperfallen beim Hausbau einfach umgehen
  • Vom Fachwissen vieler Experten profitieren
  • Die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst

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Wie Sie sich den Traum vom Haus ohne Stress erfüllen

Endlich keine Miete mehr bezahlen, den Garten nicht teilen und selbst entscheiden, in welcher Farbe das Haus gestrichen wird – viele Menschen träumen davon, irgendwann in ihren eigenen vier Wänden zu leben. Doch der Weg zum Eigenheim ist teilweise holprig und lang. Vor allem, wenn Sie sich entscheiden, Ihr Traumhaus neu zu bauen, kann dies zur Zerreißprobe werden.

Wir haben Experten gefragt, welche Stolperfallen beim Hausbau lauern und wie sich diese umgehen lassen. Ob Hilfe bei der Grundstückssuche oder Hinweise für den Umgang mit Baumängeln: Die Fachleute liefern wertvolle Tipps, mit denen Sie Ihren Hausbau möglichst stressfrei meistern.

Tipp 1: Wie finde ich das passende Grundstück?

„Menschen, die ein passendes Grundstück suchen, sollten die eigenen Bedürfnisse möglichst langfristig und genau abschätzen. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Grundstück zu den eigenen Vorstellungen und finanziellen Möglichkeiten passt.

Ein sehr wichtiges Kriterium ist die Lage. Interessenten sollten sich vor Ort ein genaues Bild von der Umgebung machen – immer mit dem Hintergedanken, dass dies für lange Zeit der Lebensmittelpunkt sein wird. Viele Suchende werden jedoch feststellen, dass sich die eigenen Idealvorstellungen nicht eins zu eins umsetzen und finanzieren lassen.

Die Kosten sind natürlich ebenfalls ein entscheidender Faktor für die Grundstückssuche. Zusätzlich zu den Kaufkosten fallen Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Maklergebühren oder Notarkosten an. Teuer wird es zudem, wenn das Grundstück erst noch erschlossen werden muss. Daher spielen auch die Beschaffenheit sowie die Größe des Grundstücks eine Rolle. Grundstückskäufer müssen sich immer auch am Angebot orientieren, entscheiden, was ihnen persönlich am wichtigsten ist und dementsprechend Kompromisse eingehen.“

Barbara Schmid, Head of Corporate Communications bei Immowelt AG

Barbara Schmid ist Head of Corporate Communications bei der Immowelt AG. Das Unternehmen ist der IT-Spezialist für die Immobilienwirtschaft und bietet Softwareprodukte für die Immobilienbranche.

Tipp 2: Worauf muss ich beim Grundstückserwerb achten?

„Wichtig ist bei der Entscheidung für ein Grundstück nicht unter Zeitdruck zu handeln und zu allen offenen Fragen Antworten zu finden. Echte Stolperfallen können die Bodenbelastung und Bebaubarkeit von Grundstücken sein. Daher sollten Kaufinteressenten vorab eine Bauvoranfrage bei der zuständigen Baubehörde einreichen, um so zu klären, ob die eigenen Wünsche genehmigt werden können. Auch ein Blick in die Bebauungspläne der Gemeinde kann hilfreich sein.

Gerade um Stolperfallen zu umgehen, ist es ratsam sich von einem Immobilienexperten begleiten zu lassen. Makler oder Gutachter können viele Zweifel schnell ausräumen und so unnötige Fehler beim Erwerb eines Grundstücks vermeiden. Auch das Hinzuziehen eines Partners für den Hausbau, wie ein Architekturbüro, Bauingenieur oder Bauträger ist bereits beim Erwerb des Grundstücks ratsam. Diese Experten wissen frühzeitig, was auf dem Grundstück überhaupt gebaut werden kann und können dementsprechend Vorschläge machen.“

Lukas Pieczonka, Gründer und Geschäftsführer des Full-Service Immobilien­dienstleisters McMakler

Lukas Pieczonka ist Gründer und Geschäftsführer des Full-Service Immobilien­dienstleisters McMakler. Das 2015 gegründete Unternehmen verbindet modernste, digitale Analyse-, Vermarktungs- und Kommunikations­technologien mit der persönlichen Beratung seiner Kunden durch eigene Makler vor Ort.

(Bildquelle: McMakler)

Tipp 3: Welche Tipps gibt es für die Bauplanung?

„Bereits vor dem Grundstückserwerb ist es sinnvoll, einen umfassenden Finanzcheck durchzuführen. Gemeinsam mit einem Berater sollten Bauherren die Frage klären, was sie sich überhaupt leisten können und auf dieser Grundlage ihren finanziellen Rahmen abstecken. Hierbei kann ein Haushaltsbuch mit allen Einnahmen und Ausgaben helfen. Dabei sollten sie jedoch nicht zu optimistisch sein und in jedem Fall einen gewissen Puffer von rund zehn bis fünfzehn Prozent der Baukosten einplanen. Dies ist wichtig, falls sich die Baukosten zwischenzeitlich erhöhen, beispielsweise weil der Bauträger zusätzliche Ausgaben veranschlagt oder es zu einer zeitlichen Verzögerung kommt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist eine realistische Zeitplanung für das Bauvorhaben, die ebenfalls einen Puffer enthält. So sollten Bauherren daran denken, sich frühzeitig um Genehmigungen und die Aufträge für Handwerker zu kümmern. Denn diese lassen oft mehrere Wochen auf sich warten. Hinzu kommt der Versicherungsaspekt. Sowohl der Bauherr und seine Angehörigen als auch die Baustelle sowie das fertige Haus sollten gut abgesichert sein.“

Karl Schwalt, Finanzierungsberater bei Aigner Immobilien

Die GmbH wurde 1991 gegründet und ist eines der erfolgreichsten Maklerbüros in der Metropolregion München. Neben dem Verkauf und der Vermietung von Wohnimmobilien, der Vermarktung von Investment- und Anlageobjekten, der Vermittlung von Grundstücken und dem Vertrieb von Bauträgermaßnahmen, bietet Aigner Immobilien außerdem eine bankenunabhängige Finanzierungsberatung.

Tipp 4: Wie sinnvoll ist eine digitale Bauberatung?

„Menschen, die ihr eigenes Haus bauen möchten, verbringen meist viel Zeit mit der langwierigen Bauplanung. Bisher mussten sich Bauherren selbst durch Kataloge kämpfen, Musterhausparks abfahren und dann versuchen, die komplexen Angebote zu verstehen, um die richtige Entscheidung beim Hausbau zu treffen. So etwas muss im Jahr 2018 nicht mehr sein. Mit dieser Motivation wurde der digitale Bauherren-Service von Almondia ins Leben gerufen. Dort können sich Häuslebauer zunächst rund um die Bauplanung informieren und selbst entscheiden, ob und wann sie mit einem Berater in Kontakt treten. Gemeinsam mit einem festen Ansprechpartner folgt anschließend eine Bedarfsanalyse.

Viele Bauherren brauchen vor allem Unterstützung dabei, ihre Wunschvorstellung vom Traumhaus in ein realisierbares Konzept umzumünzen. Darüber hinaus fällt es vielen Menschen schwer, einen verlässlichen Bauunternehmer auszuwählen. Hierbei sollten Häuslebauer genau prüfen, ob die jeweiligen Angebote alle wichtigen Leistungen für ein „fertiges Haus“ umfassen. Entscheidend ist, nicht auf Lockvogelangebote hereinzufallen und in Ruhe mit Expertenhilfe den Hausbau (und alle damit verbundenen Kosten) zu planen.“

Dr. Gordian Rättich, Gründer und Geschäftsführer von Almondia

Die digitale Hausbau-Hilfe Almondia unterstützt Bauherren seit 2014 bei der Bauplanung und verzeichnet inzwischen mehr als 60.000 registrierte Bauprojekte.

Tipp 5: Wie finde ich die richtige Finanzierung?

„Wenn das passende Grundstück gefunden ist, stellt sich Bauherren zunächst die grundlegende Frage nach dem Häusertyp: Ob Holz- oder Massivbauweise, Fertighaus oder individuelles Architektenhaus – die Wahl der Hausvariante hat große Auswirkungen auf die Baukosten sowie die Dauer des Bauvorhabens und damit auch auf die Finanzierung.

Ein wichtiger Punkt sind beispielsweise die Bereitstellungszinsen. Beim Hausbau nehmen Bauherren das Darlehen nach und nach für die verschiedenen Abschnitte in Anspruch. Der Nachteil an der Finanzierung in mehreren Stufen: Die Banken verlangen für den noch nicht genutzten, aber bereitgehaltenen Teil des Darlehens Bereitstellungszinsen. Diese Gebühr fällt allerdings erst nach einer gewissen Zeit an. Sowohl bei der Dauer dieses Zeitraums als auch bei der Höhe der Bereitstellungszinsen gibt es große Unterschiede zwischen verschiedenen Banken.

Gerade bei komplizierten Bauvorhaben oder längeren Bauzeiten sind die bereitstellungszinsfreie Zeit und die Höhe der Bereitstellungszinsen ein relevanter Faktor für die Gesamtkosten des Kredits. Vermittler wie die Spezialisten für Baufinanzierung bei Dr. Klein berücksichtigen dies bei der Suche nach dem passenden Finanzierungspartner.“

Sandra Eichberg, Produktmanagerin bei Dr. Klein

Dr. Klein berät seit 1954 Kunden in Fragen rund um die Themen Finanzierung, Versicherung und Geldanlage.

Tipp 6: Wie finde ich einen seriösen Bauunternehmer?

„Welches das geeignete Bauunternehmen ist, hängt insbesondere davon ab, welche Art von Immobilie sich Bauherren wünschen. Ein Bauunternehmen mit Referenzen für die jeweilige Immobilienart wäre eine Orientierungshilfe. Zudem sollten Bauherren darauf achten, dass das Unternehmen wirtschaftlich so aufgestellt ist, dass es das Objekt umsetzen und abschließen kann. Um eventuell auch später noch Ansprüche durchsetzen zu können, ist es vorteilhaft, ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland zu wählen.

Bauherren sollten dagegen misstrauisch werden, wenn sie einen Ratenzahlungsplan vorgeschlagen bekommen, bei dem sie in Vorleistung gehen sollen. Das könnte zum Beispiel die vollständige Zahlung schon bei dem Beginn der Teil- oder Gesamtleistungen sein. Genauso ist Misstrauen beziehungsweise eine weitere Recherche angebracht, wenn der Bauunternehmer schon mehrere Objekte in der Vergangenheit nicht fertigstellen konnte. Auch ungenaue und intransparente Baubeschreibungen sollten Bauherren in Alarmbereitschaft versetzen. Tauchen vorab solche Unregelmäßigkeiten auf, sollten sich Bauherren nach einem anderen Partner für ihr Bauvorhaben umsehen. So lassen sich unerfreulichen Überraschungen im Nachhinein verhindern.“

Dr. Petra Sterner, Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Dr. Petra Sterner ist Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht und Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht im Deutschen Anwaltverein.
 
(Bildquelle: ARGE Baurecht).

Tipp 7: Wie muss ich bei Baumängeln vorgehen?

„Läuft beim Hausbau etwas nicht so wie geplant, sollten sich Häuslebauer nicht auf ihren Bauleiter verlassen. Denn dieser vertritt nur selten die Interessen des Bauherren, sondern die seines Auftraggebers (des Bauunternehmers). Umso wichtiger ist es, sich bei der Bauabnahme von einem unabhängigen Gutachter beziehungsweise einem Bausachverständigen unterstützen zu lassen. Dieser hilft nicht nur bei der Endabnahme, sondern sollte bereits während der Bauphase einzelne Bauabschnitte prüfen. So kann er Mängel frühzeitig erkennen und das Bauunternehmen auffordern, diese umgehend zu beseitigen. Weigert sich das Unternehmen auch nach schriftlicher Aufforderung, Fehler zu beheben, kann der Experte den Bau stilllegen. Im Zweifel muss ein Richter entscheiden, wer für die entstandene Verzögerung am Bau aufkommen muss.

Handeln Bauherren dagegen auf eigene Faust, sollten sie die Mängel in jedem Fall genau dokumentieren und die Kommunikation mit dem Bauunternehmen protokollieren. Wichtig ist, das Unternehmen schriftlich zur Beseitigung aufzufordern und sich dafür ebenfalls eine Bestätigung ausstellen zu lassen.

Generell ist es direkt zu Beginn eines Bauprojektes essentiell, den Vertrag und die Bauleistungsbeschreibung von einem Experten untersuchen zu lassen. Hier werden gerne elementare Fehler gemacht, weil der Laie gar nicht in der Lage ist diese Dokumente zu prüfen und den Inhalt ausreichend zu bewerten. Das kann später teuer werden.“

Thomas Ewald, Gutachter für die Bewertung von Grundstücken

Seit mehr als 20 Jahren bieten er und sein Netzwerk an Experten als Hausinspektor Nord Bauherren und Immobilienkäufern eine Rundum-Betreuung in ganz Deutschland.

Tipp 8: Wie kann ich energieeffizient bauen?

„Im Grunde sind heutzutage alle Neubauten energieeffizient. Denn schon der gesetzliche Mindeststandard, der nach der Energieeinsparverordnung beim Bauen erfüllt werden muss, steht für ein energieeffizientes Haus. Natürlich können Bauherren auf noch mehr Effizienz setzen. Dafür müssen sie sich bei der Planung einfach für einen besseren Standard entscheiden. Damit der gewünschte Effizienz-Standard am Ende auch erreicht wird, sollten Bauherren einen Architekten beauftragen, der über genügend Erfahrung mit energieeffizientem Bauen verfügt. Oder sie holen schon in der Entwurfsphase einen Energieberater mit ins Boot.

Für einen energieeffizienten Hausbau müssen Architekt oder Energieberater verschiedene Konzepte entwickeln:

  • für die Lüftung und die Luftdichtheit,
  • zur Vermeidung von Wärmebrücken und
  • für einen sommerlichen Wärmeschutz.

Ein anderer Punkt ist die Heiztechnik. Hier wird oft zu kompliziert geplant. Dabei wäre das Motto „Keep it simple!“ meist sinnvoller. Wichtig ist, sicherzustellen, dass sich die verbauten Technologien bewährt haben und gut zusammenpassen. Gute Kombinationen sind zum Beispiel eine Photovoltaikanlage mit einer Wärmepumpe oder ein Gasbrennwertkessel mit Solarthermie.“

Marcus Weber, Redakteur bei co2online GmbH

Die gemeinnützige co2online GmbH setzt sich für die Senkung des CO2-Ausstoßes ein. Seit 2003 helfen die Experten privaten Haushalten, ihren Strom- und Heizenergieverbrauch zu reduzieren.

(Bildquelle: Phil Dera / www.co2online.de)

Tipp 9: Wie kann ich nachhaltig bauen?

„Beim nachhaltigen Bauen geht es um ein Zusammenspiel verschiedenster Faktoren. So sollten Bauherren unter anderem mit Blick auf die Gesundheit der Gebäudenutzer genau hinschauen, welche Materialien verbaut werden. Entscheidend ist zudem, über die reine Planungs- und Bauphase hinauszudenken, zum Beispiel was flexible Grundrisse und Umnutzungsmöglichkeiten oder die langfristigen Kosten angeht. Hier lässt sich viel Geld sparen, wenn präventiv spätere Instandhaltungs- oder Sanierungsmaßnahmen vermieden werden.

Eine wichtige Regel beim nachhaltigen Bauen ist, dass billig zu bauen keine Alternative sein kann, weil einen dies früher oder später immer wieder einholen wird. Die größte Stolperfalle ist daher wohl, nur kurzfristig zu denken. Wer ein Eigenheim baut, macht das in der Regel nur einmal in seinem Leben. Hier vorausschauend zu planen, sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Das gilt auch übergeordnet für die Bau- und Immobilienwirtschaft an sich, die für einen Großteil der CO2-Emissionen, des Ressourcenverbrauchs und des Abfallaufkommens verantwortlich ist. Im Umkehrschluss liegen hier aber auch enorme Hebel für Verbesserungen. Eine nachhaltige Bauweise kann maßgeblich zum Umweltschutz beitragen, indem etwa schon bei der Planung der spätere Rückbau wie die Recyclingfreundlichkeit der verwendeten Baumaterialien mitgedacht wird.“

Felix Jansen, Leiter PR und Kommunikation der DGNB

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) versteht sich als gemeinnütziger Verein zur Förderung des nachhaltigen Bauens und Betreibens der gebauten Umwelt.

Tipp 10: Was muss ich für ein möglichst gesundes Haus beachten?

„Gebäude, Baustoffe und Reinigungsmittel können die menschliche Gesundheit massiv beeinflussen. Ein gesundheitlich schlechtes Gebäude kann beispielsweise die Asthmagefahr um bis zu 40 Prozent erhöhen. Wir Menschen halten uns bis zu 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen auf. Gerade Kinder, ältere Menschen und Schwangere brauchen ein hohes Maß an gesundheitlicher Sicherheit in den eigenen vier Wänden.

Damit Häuslebauer später in einem möglichst gesunden Wohnumfeld leben, sollten sie auf qualifizierte Bauunternehmen, Planer und Handwerker achten. Zudem ist es wichtig, die gesundheitliche Qualität ihres Gebäudes vertraglich zu vereinbaren. Nur so entsteht ein rechtlicher Anspruch. Hierzu gehören beispielsweise nachprüfbare Kriterien für Lösemittel und CO2. Durch eine individuelle Raumluftmessung nach der Fertigstellung des Hauses und vertraglich festgelegte Kriterien sollten sich Bauherren die gesundheitliche Qualität anschließend bestätigen lassen. Darüber hinaus sollten sie vor der Planungs- und Bauphase nach gesundheitlich geprüften Produkten fragen.“

Peter Bachmann, Geschäftsführer des Sentinel Haus Instituts

Das Sentinel Haus Institut setzt sich für messbare und zuverlässige Kriterien zur gesundheitlichen Qualität in Immobilien ein. Gemeinsam mit Forschern arbeitet das Institut an einer Weiterentwicklung von gesünderen Innenräumen.

(Bildquelle: SHI / Nikolaus Herrmann)

Tipp 11: Worauf muss ich bei der Gartenplanung achten?

„Für viele Menschen gehört zum Eigenheim auch ein schöner Garten. Damit dies gelingt, ist eine frühzeitige und umfassende Planung das A und O. Bauherren sollten bereits in der Rohbauphase oder noch besser in der Planungsphase einen professionellen Gartenplaner hinzuziehen. Denn oft wird die Gartengestaltung unterschätzt. So gehören zum Gartenbau mehr als nur ein paar Pflanzen. Diese sind lediglich wie die schöne Tapete, die am Ende an die Wand kommt.

Zuvor sollte jedoch die Infrastruktur des Gartens mitbedacht werden. Dazu zählen die Bodenbeschaffenheit, Wegeführung, Mauern, Terrassen, Entwässerung sowie eine Geländemodulation. Den Gärtner oder Gartenplaner zu spät hinzuzuziehen gilt somit als ein Kardinalfehler. Denn dadurch entstehen teilweise unnötige Kosten und zusätzlicher Aufwand, den sich Bauherren hätten ersparen können. Ein entscheidender Punkt ist außerdem, sich vor dem Beginn der Gartengestaltung zu überlegen, wie der Garten genutzt werden soll.

Die Basis für den persönlichen Traumgarten ist eine gute Planung. Dabei ist es wichtig, sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und daran festzuhalten. So kann die Umsetzung der Gartengestaltung auch Schritt für Schritt über einen längeren Zeitraum erfolgen, wenn beispielsweise das Budget zunächst nicht ausreicht.“

Jürgen Pohl, Geschäftsführer von Pohl Gartenwelten

Das Familienunternehmen berät seit mehr als 60 Jahren bei der Gartenplanung, unterstützt beim Garten- und Landschaftsbau und führt eine eigene Baumschule.

Tipp 12: Was muss ich rund um die Inneneinrichtung beachten?

„Für alle, die sich mit der Idee des Bauens beschäftigen, zählen zunächst Quadratmeter, Zimmerzahl und Kosten. Tatsächlich sollte man sich aber zunächst über die Funktionen und deren Zusammenhänge Gedanken machen und sich erst dann den Zahlen widmen. Auf diese Weise lassen sich spürbar angenehmere und effizientere Wohnsituationen schaffen. Wichtig ist es, sich einen Partner an die Seite zu nehmen, der in der Lage ist, das Grundstück zu lesen, die persönlichen Wünsche des Bauherren zu verstehen und die richtige Balance zwischen Trends und klassischen Linien im neuen Lebensraum zu vereinen.

In der heutigen, von Stress und vielen Ablenkungen geprägten Zeit, sollen die eignen vier Wände zum Ruhepol werden. Um dies zu erreichen, achten wir darauf, dass wir mit einem Dreier-Akkord aus Farben und Materialien arbeiten, zum Beispiel mit einem warmen Eichenparkett, der klassisch weißen Wand und einem grauen Polstermöbel. Anschließend darf dann je nach Bedürfnis mit Accessoires und Bildern individualisiert werden. Ob sich Bauherren hier weiter im dezenten Farbkanon bewegen oder einige markante Farbpunkte setzen möchten, entscheidet oft das Bauchgefühl. Die richtige Mischung aus Klassikern und ganz privaten Lieblingsstücken lässt die Einrichtung persönlich und gekonnt ausgewählt wirken. Generell kann ich jedem nur ans Herz legen, Bildschirme, Tablets und Display-Bilderrahmen beispielsweise aus dem Wohnzimmer zu verbannen. So ist man erstaunt, auf welche Gedanken man plötzlich wieder kommt.“

Karl Kaffenberger, Geschäftsführer von Karl Kaffenberger Architektur und Einrichtung

Das 2009 gegründete Unternehmen berät Kunden zu unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten für ihr Eigenheim und unterstützt unter anderem bei der Planung, Ausführung und Beurteilung von Immobilien sowie bei der Erstellung von Einrichtungskonzepten.

Tipp 13: Wie kann ich mein Haus sicher machen?

„Schon in der Bauplanung empfiehlt es sich, an die Sicherheit zu denken und ein gut durchdachtes Sicherheitskonzept zu planen. Beim Schutz des Zuhauses sollten Bauherren darauf achten, dass alle Hausöffnungen, die in irgendeiner Form zugänglich sind, gesichert werden. Dazu gehören neben der Haustür alle Fenster sowie Nebeneingangstüren, Dachluken und Bodenfenster.

Um das Haus möglichst einbruchsicher zu machen, sind diese Punkte besonders wichtig:

  • Einbruchsichere Fenster und Türen: Bereits beim Kauf sollten Bauherren auf die Sicherheit achten.
  • Außenhautabsicherung anstatt Bewegungsmelder: Sobald sich ein Einbrecher am Haus zu schaffen macht, sollte direkt ein Alarm ausgelöst werden – nicht erst dann, wenn der Eindringling schon im Haus ist.
  • Individuelles Sicherheitskonzept: Jedes Haus hat seine eigenen Schwachstellen und jeder Bewohner hat seine persönlichen Vorstellungen. Diese sollte das Sicherheitskonzept berücksichtigen.

Viele Menschen vertrauen inzwischen auf Smart Home-Systeme, um ihr Eigenheim zu sichern. Damit können sie ihr Haus immer im Auge behalten. Entscheidend ist dabei, dass die Daten nicht ausgelesen werden können. Die Systeme sollten keine Server- oder Cloud-Lösungen anbieten und Funkverbindungen müssen verschlüsselt sein.“

Florian Schmidt, Geschäftsführer von EiMSIG

Florian Schmidt ist Geschäftsführer vom Alarmanlagenhersteller EiMSIG. Das Unternehmen berät Hausbesitzer rund um das Thema Sicherheit im Haus sowie Alarmanlagen.

Tipp 14: Wie kann ich mein Haus am besten sanieren?

„Bei der Sanierung des Eigenheims gilt zunächst einmal, dass jedes Haus individuell ist. Hilfreich ist daher, einen neutralen Energieberater einzubeziehen, der Bauherren zu den passenden Maßnahmen für ihr Haus berät. Zudem sollten Eigentümer sinnvolle Sanierungsabschnitte bilden und dabei vorausschauend planen. Wenn beispielsweise die Fenster im Haus erneuert werden, bietet sich auch die Dämmung der Fassade an. Dabei sollte stets ein Lüftungskonzept mitbedacht werden.

Wollen Bauherren ihr Haus energieeffizient umrüsten, empfiehlt es sich, direkt einen ambitionierten Energiestandard ins Auge zu fassen anstatt nur auf Basis der aktuellen gesetzlichen Vorgaben zu sanieren. Oft ist eine qualitativ hochwertige Sanierung bei guter Planung kaum teurer, da Mehrkosten durch Fördermittel nahezu neutralisiert werden können. Wer am falschen Ende spart, dem kann es leicht passieren, dass langfristig höhere Kosten entstehen anstatt von Anfang an alles richtig zu machen und gleichzeitig besseren Wohnkomfort und die Unabhängigkeit von Energiepreisentwicklungen genießen zu können. Daher ist ein umfassendes Sanierungskonzept für mehr Energieeffizienz empfehlenswert.

Sowohl für die professionelle Beratung als auch für die Durchführung der Sanierungsmaßnahmen können Bauherren Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau oder des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragen, insbesondere wenn es um die Dämmung und um den Einsatz Erneuerbarer Energien geht. Wichtig ist dabei, den Antrag vorab einzureichen.“

Frank Hettler, Leiter von Zukunft Altbau

Das Programm wird vom Umweltministerium Baden-Württemberg gefördert und berät seit 1999 Eigentümer zu Fragen rund um die energetische Sanierung von Gebäuden.

Tipp 15: Wie baue ich das Haus altersgerecht um?

„Zunächst einmal sollte die Planung für den Umbau vorausschauend sein: Vorrichtungen für den späteren Einbau von Haltegriffen im Badezimmer, zusätzliche Steckdosen und Stromanschlüsse zum Beispiel für die eventuell notwendige Installation von automatischen Türöffnungen oder für ein Dusch-WC, eine schwellenfreie Tür zum Balkon oder zur Terrasse im Rahmen einer energetischen Sanierung sind nur einige Tipps. Hierfür sollten sich Bauherren Zeit nehmen und auch einmal „die Ecke zu denken“, wenn eine barrierefreie Lösung nicht gleich im Blick ist.

Hinzu kommt, frühzeitig entsprechende Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen, sich über Fördermöglichkeiten zu informieren und entsprechende Mittel zu beantragen. Die Wohnberatungsstellen vor Ort und auch eine Online-Wohnberatung beraten kompetent zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten. So vergibt die „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ (KfW) über das Programm „Altersgerecht Umbauen“ Fördermittel auf Bundesebene. Aber auch einzelne Bundesländer oder Kommunen stellen Mittel zur Verfügung. Unter bestimmten Voraussetzungen bezuschussen Pflegekassen, Rentenversicherungsträger oder Integrationsämter Umbaumaßnahmen.

Ein ganz wichtiger Punkt ist dabei, nicht mit dem Umbau zu beginnen, bevor eine Kostenzusage für eine Förderung vorliegt. Andernfalls kann es sein, dass die Bezuschussung nicht zustande kommt.“

Monika Schneider, Vorstandsvorsitzende der BAG Wohnungsanpassung e.V.

Der 1994 gegründete Verein ist ein Zusammenschluss von Wohnberatungsstellen und -beratern in Deutschland. Die Arbeitsgemeinschaft setzt sich dafür ein, ältere und behinderte Menschen bei der Wohnungsanpassung zu unterstützen. Darüber hinaus will sie dafür sorgen, das Beratungsnetz auszubauen und die Qualität der Wohnberatung zu verbessern.

Tipp 16: Was ist beim Hausbau rund um die Steuer zu beachten?

„Für die steuerliche Behandlung beim Hausbau werden die Weichen oft zu Beginn gestellt. So kann eine falsche Zuordnung der Darlehen bei einem gemischt genutzten Objekt oder ein fehlender Ausweis des Grundstücksanteils beim Kauf zu erheblichen steuerlichen Nachteilen führen, die später nicht mehr korrigiert werden können. Daher sollte bereits bei der Planung von Baumaßnahmen und vor dem Abschluss von Verträgen eine steuerliche Beratung erfolgen.

Darüber hinaus sollte sorgfältig geplant werden, ob das Objekt selbst genutzt, vermietet oder gemischt genutzt werden soll, da hiervon die steuerliche Behandlung abhängt. Hierfür ist ebenfalls entscheidend, ob das Objekt in einem Sanierungsgebiet liegt oder als Denkmal ausgewiesen ist.

Bei Selbstnutzung schließen sich Steuerermäßigungen auf Handwerkerleistungen und öffentliche Förderungen aus, bei der Finanzierung können jedoch Wohnriester oder das neue Baukindergeld vorteilhaft sein. Soll das Haus in Zukunft vermietet werden, sind bestimmte Kosten im Vorfeld absetzbar. Zudem lassen sich bei Vermietung die Schuldzinsen als Werbungskosten abziehen.

Generell sind für Steuervergünstigungen in der Regel Stichtagsregelungen zu beachten. Der steuerliche Aspekt ist jedoch nur einer von vielen beim Hausbau. Keinesfalls sollten Steuervorteile den Ausschlag für Investitionsentscheidungen geben, wenn andere Faktoren wie die Lage oder Bausubstanz dagegen sprechen. Die Finanzierung sollte zudem auch ohne Steuervorteile gesichert sein.“

Uwe Rauhöft, Geschäftsführer vom BVL

Der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine e.V. wurde 2017 als Zusammenführung der Dachverbände Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine - BDL e.V. und Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine - NVL e.V. gegründet. Er betreut über 300 Mitgliedervereine, die zusammen mehr als drei Millionen Steuerzahler beraten und ihre steuerlichen Interessen vertreten.

Schon gewusst?

Manche Probleme rund um den Hausbau lassen sich nur schwer aus der Welt schaffen. Umso wichtiger ist es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Unsere Expertentipps für den Rechtsstreit zeigen Ihnen, wie Sie den Streitfall ohne großen Ärger meistern.